Donnerstag, 24. Januar 2008

Der Fluch der Röntgenbilder...

Habe heute ungelogen eine Stunde damit zugebracht, die Röntgenbilder einer Patientin zu suchen, um diesbezüglich mit dem OA etwas zu besprechen. Schließlich habe ich sie in dem Stapel der entlassenen Patienten gefunden. Unglaublich, man fühlt sich fast schon boykottiert. Insbesondere, weil eine ähnliche Situation heute morgen früh mit den Bildern einer Patientin passiert ist. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, daß ich nicht Medizin studiert habe, um Röntgenbilder zu suchen. Das mag sehr überheblich klingen, aber jedesmal, wenn ich auf diese Mission impossible gehe, frage ich mich, warum ich das machen muß. Schon klar, wenn ich es nicht tue, macht es kein anderer. Aber genau das macht es noch ärgerlicher.

Was das weitere angeht, ist es wie gehabt. Heute gab es eine sehr komplexe DRG-Fortbildung. Ich gebe zu, ich habe wirklich mal kein einziges Wort verstanden. Zumindest in den ersten 10 minuten nicht, danach wurde es schwieirg, weil die Worte und Buchstaben immer wieder mal kurzzeitig verschwammen, bis ich dann wieder die Kraft zum Fokussieren fand. Immerhin saß Chef mir direkt gegenüber, einzuschlafen wäre hochgradig peinlich gewesen.
Diese DRG-Sache ist ja wirklich sehr komplex, frage mich, ob das a) auch in anderen Ländern so ist (denn Auswandern ist auch für mich immer noch bzw. immer mal wieder ein interessantes Thema) und b) ob in diesen Ländern (die mich interessieren) auch der Arzt für die Codierung zuständig ist oder eher doch "geschultes Fachpersonal", was ich eindeutig begrüßen würde.

Nachdem wir heute unsere Station versorgt hatten, mußten wir auch noch die Arbeit der anderen machen und dann auch noch bis in die Puppen auf unsere Oberen warten. Finde schon, daß vieles bei uns einfach schlechte oder mangelnde Organisation ist. Dies führt zu Mißmut, schlechter Laune und Anpöbeleien (einige Kollegen sind ja darin ganz groß). Man könnte doch einiges verbessern (und v.a. die Stimmung heben), indem man Abläufe vereinfacht und v.a. auch mal positive Mitarbeiterrückkopplung gibt. Denn eigentlich werden hier nur Einläufe verteilt, positives, also Belobigungen habe ich hier zuletzt im letzten Jahr gehört. Positive Signale von (ganz) oben würden auf jeden Fall die Stimmung und das "globale Klima" verbessern, allerdings das Kind auch nicht mehr aus dem Brunnen holen.

Mittlerweile fällt es mir sogar schwer zu glauben, daß ich "früher", also vor gut einem halben Jahr, noch sehr gerne in diese Klinik zum Arbeiten gegangen bin. Schon traurig, daß sich die Gefühle und Empfindungen nur aufgrund äußerer Einflüsse so schnell ändern können. Und doch würde es mir sehr leid tun, hier wegzugehen, aber hauptsächlich denke ich mal, weil der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist. Und ich bin dazu auch noch faul.

Werde morgen mal versuchen, in den OP der "Konkurrenz" zu schleichen, um denen bei einem interessanten Eingriff zuzusehen. Hoffe ja mal, daß unsere Tagesplanung das zuläßt. Wenn schon nicht selber operieren, dann wenigstens was dazulernen.

Doc Blog

1 Kommentar:

skhor hat gesagt…

Wenn man die Röntgentüte endlich entnervt gefunden hat und dann noch schnell die passende Aufnahme raussuchen will, kann man sich zu allem Überfluss auch noch an den Filmen schneiden :)