Dienstag, 25. November 2008

Have a little faith...

Jajaja, ich hasse es, habe es immer gehasst und werde es auch in Zukunft weiterhinhassen...

Worum es geht? Ganz einfach, das leidige Legen von Braunülen, Flexülen, Zugängen oder wie man es nennen mag. Sowas artet bei einigen Patienten zu einem wahren Abenteuer aus. Und Abenteuer (dieser Art) mag ich ja mal gar nicht.

Gerade heute musste ich einer allzu adipösen Patientin eben so einen Zugang verpassen. Auf der rechten Seite habe ich nach dem ersten Anlauf bereits gedacht, Hey, Doc Blog, das könnte was werden.
Naja, das Blut lief aber eher wie beim Ochsen die Milch. Also weitersuchen, rechts noch zwei Versuche, dann links die ersten beiden.

Vollkommen angeätzt und kurz davor einen Kollegen oder Anästhesisten (!) zu rufen, dann die letzte (rosa!) Nadel auf dem Tablett. Aus purer Verzweiflung in die Ellenbeuge gelegt und definitiv davon überzeugt, maximal im Trüben gefischt zu haben und als größter Versager des Tages von den Kollegen vorgeführt zu werden. Es lief kein Blut zurück, vom Tastbefund eher mau und in den Fettbergen würde man auch eine para-Infusion nicht sofort erkennen.
Trotzdem das Blut angeschlossen und tatsächlich, zwei Konserven konnte ich dadurch reinjagen.
Echt erstaunlich, das hätte ich nicht erwartet, aber eben deshalb...: have a little faith - und wenn es manchmal nur die 6. gelegte Braunüle bei demselben Patienten ist.

War es nicht so, daß dieser Job in jedem anderen Land der Welt von den Schwestern gemacht wird?!

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Donnerstag, 6. November 2008

Surgeons wanted

Habe ich soeben gefunden.

Nachdem ich heute (tatsächlich) reflektiert habe, über mein Leben, meine Arbeit, meine Visionen, bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ich zumindest meine Ausbildung in diesem Haus hier noch beenden möchte.
Und daß ich eigentlich ziemlich froh darüber bin, Chirurg geworden zu sein (oder auf dem Weg zu sein, einer zu werden).

Obwohl ich ja fast nie Links angebe, sollten sich interessierte wanna-be Chirurgen (also die, die ich mit meinem Blog noch nicht vollkommen abgeschreckt habe) die Seite des BDC anschauen:

www.chirurg-werden.de

(Hoffe, es ist ok, daß ich diesen Link setze, geht ja letztlich nur um Werbung für die Chirurgie und sollte korrekt sein.)

Kann v.a. die Sache mit der Geduld unterschreiben, aber (wie ich heute eben reflektiert habe, ist ja, wie ich jetzt weiß, eine wichtige Eigenschaft der Chirurgen) ich muss schon sagen, daß, wenn es gut läuft, die Chirurgie mir sehr viel Spaß macht.

Vielleicht sollte ich demnächst mal aufzählen, was ich an der Chirurgie (nicht notwendigerweise meiner Abteilung) so gut finde. Würde bestimmt nicht wenig sein. Aber natürlich gibt es auch genug, was mir so gar nicht paßt, aber hier geht es ja um den Beruf des Chirurgen an sich.

Naja, wir Chirurgen jammern vielleicht doch auf hohem Niveau (oder vielleicht auch nur ich im Besonderen). Wie war das mit dem Jammerlappen bei E. von Hirschhausen noch...?

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Dienstag, 4. November 2008

Alles zurück auf Anfang...

So vergeht die Zeit, mein phantastischer Urlaub ist tatsächlich wieder vorbei und ich bin wieder in Deutschland.
Und jetzt arbeite ich auch schon wieder. Tja, was soll ich sagen? Manche Dinge ändern sich nie, scheint es. Die gleiche Plackerei, der bekannte Stress, die unnötigen Aueinandersetzungen, da ist die gute Erholung ist schnell dahin. Das geht hier ratzfatz!

Aber es gab auch positive Meldungen. Einige haben sich tatsächlich gefreut, mich wiederzusehen. Schwestern, die mir mit Freudentränen um den Hals gefallen sind. Naja, nicht ganz, aber doch sehr herzlich. Daß mir keiner der Oberen um den Hals gefallen ist, muss ich kaum erwähnen, oder?
Aber *unter der Hand* wurde mir auch gesagt, daß im OP nach mir gefragt wurde und die Jungs sich angeblich gefreut haben, zu hören, daß ich wieder da bin. Zu schön, um wahr zu sein?

Das, was mich momentan wirklich stört, ist nur, daß offensichtlich alle anderen in meiner Abwesenheit kräftigst operiert haben. Auch die ganz neuen. Die dürfen OPs machen, die sie tatsächlich noch nicht einmal gesehen haben. Hmm... Das gibt mir ein wenig zu denken. Ist schon eine komische Strategie, die hier gefahren wird.

Aber Jammern bringt ja auch nichts. Arbeiten muss ich, sonst ist kein Geld für den Urlaub nächstes Jahr da.

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