Dienstag, 26. Februar 2008

Daily Soap aus der Klinik

Parmesan war lecker, wurde aber von der Waage ganz übel abgestraft, leider. Da gönnt man sich mal was nach einem harten Arbeitstag. Eine der wenigen Freuden des Lebens.
Für heute ist Pizza eingeplant. Ahand des Essens kann man ja schon erkennen, wie schlimm der Tag war.
Ich frage mich wirklich, wann ich mal dazu kommen soll, den Joghurt als alleiniges Abendessen zu verspeisen?

Und auch der heutige Tag wird in die Annalen als suboptimal eingehen. Und ich war nicht im OP. Dies allerdings freiwillig, weil wir viel zu viele Aufnahmen hatten, als daß zwei Leute alleine sie hätten wuppen können. Weiß nicht mal, ob ich was verpaßt habe.

In letzter Zeit kommt mir oft der abstruse Gedanke, ich würde "Scrubs" leben. Als ich die Serie das erste Mal in USA gesehen habe, konnte ich nur mitleidig drüber lächeln,, wie erbärmlich das Leben amerikanischer Ärzte lt. dieser Serie ausehen sollte. Tja, ich wurde schnell eines besseren belehrt. Daß mich noch keiner Flachzange genannt hat, ist alles.
Aber was sonst soll man in eine Ansammlung von mehreren weißbekittelten Assistenten hineininterpretieren, die feixend hinter ihrem OA stehen? Lustig ist es trotz aller Melodramatik allemal.

So, die Pizza bruzzelt im Ofen vor sich hin, mein Hunger ist eher wenig vorhanden (Z. n. Haribo-Fressanfall), aber dafür muß ich ja gleich noch "meine" Serie der 80er zu Ende gucken.

Doc Blog

Montag, 25. Februar 2008

... and being bimbo continues...

Wen wunderts? Mich bestimmt nicht.

Ein Bimbo ist ja lt. wikipedia definiert als "eine Person, die freiwillig niveaulose Aufgaben übernimmt, die ihr andere auftragen". Und genauso sieht es aus.

Neben Röntgenbildern suchen, blöde Anfragen ausfüllen und immer dem OA Gewehr bei Fuß stehen muß man irgendwie versuchen, eine Station mehr oder minder verrückter Patienten am Laufen und besagte Pat. bei Laune zu halten. Gleichzeitig kriegt man von den werten Kollegen auch noch zu hören, warum die Arbeiten des Tages noch nicht alle fertig sind! Häh! Es sind nur 3 Aufklärungen übrig. Bedenkt man des Berg von heute morgen, m. E. gar nicht mal so schlecht.

Schlecht sind andere Dinge. Z. B., daß meine operative Phase schon wieder beendet scheint. Bin jetz nächsten Monat auf der Privatstaion und dann in der Ambulanz eingeteilt. Nichts gegen den Dienstplanschreiber (oder eher -schreiberin), aber gewisse Ressentiments lassen sich da nicht verhindern. Achja, schwanger müßte man sein, aber ich meine, das habe ich bereits geschrieben. Von wegen Ressentiments...

Morgen bin ich im OP eingeteilt, übrigens das erste Mal wieder seit letztem Dienstag. Warum habe ich das Gefühl, daß das nicht gut werden wird? Daß ich wieder der Bimbo sein werde und für irgendetwas blöd angemacht werde. Hoffe mal, daß meine Vorahnungen nicht bestätigt werden.

Doc Blog
Z. n. akuter Parmesan-Intoxikation

Donnerstag, 21. Februar 2008

Nennt mich Bimbo No. 1

Hallo,

mittlerweile glaube ich ja fast, daß sich die Oberen ein Späßken draus machen, uns Assistenten zu schikanieren. Oder wie kann es erklärt werden, daß ich als armer kleiner unschuldiger Assi quer durchs Haus geschickt werde, um mit anderen Abteilungen Stille Post zu spielen, wo doch Chef oder OA auch selber dort - wenn schon nicht sich hinbewegen - aber doch wenigstens dort anrufen könnten (würde auch die unnötige Fehlerquelle Assistent eliminieren). Aber wir Assis bieten uns ja so vortrefflich als Bimbos an.
Ich denke, die OÄ machen sich aus diesen Aktionen einen erheblichen Spaß und überlegen sich jede Woche neu, wie sie uns in den Wahnsinn treiben können. (über uns denken sie wohl genauso.)

Auf Station eskaliert die Situation momentan (mal wieder/immer noch). Nach den Kündigungen und anderen Katastrophen kann es ja auch kaum besser werden.
Das ist der Punkt, wo ich mir wünschte, auch schwanger zu werden ;-)
Schwangere Kolleginnen erleben extreme Vorteile und geniessen Vorzüge, das ist unglaublich. Könnte ich schwanger werden, wäre ich ab morgen komplett raus aus dem ganzen Streß, ach, das wäre ja mal was. Keine Wochenenden mehr arbeiten, keine Überstunden mehr, leider aber auch nicht mehr in den OP (und das ist damit auch das Totschlagargument).
Aber hmm..., was macht man/frau denn dann den ganzen Tag?

Meine Einsätze im OP waren diese Woche eh nur auf ganze zwei OPs (nein, nicht Tage!) beschränkt, und das bei unserem ausufernden OP-Programm. Man könnte fast meinen, die Oberen hätten was gegen mich. Vielleicht lesen sie ja diesen Blog?
Zum Glück ist die Wochen morgen schon wieder vorbei und ich habe auch ausnahmsweise das WE tatsächlich frei.

Doc Blog

Donnerstag, 14. Februar 2008

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Also ehrlich, momentan kommt es aber Schlag auf Schlag und das aus allen Richtungen.

Heute hat uns ein Kollege eröffnet, daß er soeben gekündigt hat. Und morgen wird ein weiterer kündigen. Hmm, und dann bin ich der dienstälteste Sklave hier im Haus. Hmm... Das beunruhigt mich schon ein wenig. Oder könnte das meine große Chance sein?

Gleichzeitig muß ich mir von unserem lieben Spätdienst (jaja, mal wieder) anhören, daß er es nicht einsieht, länger zu bleiben und seine Freizeit in der Klinik zu bleiben. Und weigerte sich, das ihm übertragene zu verrichten. Aha, also, wenn ICH Trottel meine Freizeit (heute deswegen 1,5 Überstunden) in der Klinik verbringe, ist das natürlich nichts, was de Herren irgendwie tangieren würde. Alles Knallköppe hier!

Doc Blog

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wer auf meiner Station trinkt eigentlich Softasept?

Nach etwas längerer Abwesenheit melde ich mich nun zurück.

Diverse Sachen sind in der Zwischenzeit vorgefallen, zum einen stand ich am Dienstag tatsächlich mal wieder auf dem OP-Plan, ja, sogar als Operateur. Leider stand bei Oberarzt nur das berühmte N.N. Auch in unserer Klinik verheißt dies nicht unbedingt gutes.
Als ich nachmittags dann in den OP gerufen wurde, gab es dann auch tatsächlich keinen OA... Einer stand im anderen Saal, einer war soeben auf eine Sitzung entschwunden und der dritte war vorsichtshalber einfach mal gar nicht zum Dienst erschienen.
Traute mir nicht so recht zu, das alleine zu machen und war insofern froh, daß ich das als Nicht-Facharzt auch nicht darf, somit einer der Oberen kommen MUSSTE.
Glücklicherweise rief mich die OP-Schwester an (zwecks Vorwarnung), so daß mich nicht am OP-Tisch der Schlag treffen konnte. Sie war nämlich so frei gewesen, und hatte unseren Professor gefragt, ob er nicht Lust hätte, mir zu assistieren...
Damit mich keiner falsch versteht, ich mag unseren Chef, er ist ein toller Operateur und meistens auch recht nett. Aber ich habe ihn in zwei Jahren an dieser Klinik nie den Assistenten für eine Anfänger-OP machen sehen. Nun gebührte mir die Ehre und ich war sowas von aufgeregt.
Im Endeffekt war alles nicht so schlimm, Chef war total relaxt, erklärte viel und war super geduldig. Als er dann abgetreten ist, und die Spannung abfiel, habe ich so gezittert, daß ich kaum die Hautnaht hinbekommen habe. Aber ich denke, so blöd habe ich mich nicht angestellt. Und das Beste, als ich dann erst am Montag (war ab Mittwoch auf Fortbildung) wieder auf Station war, war der Pat. bereits beschwerdefrei entlassen worden. Immer gut sowas...

Die Fortbildung war auch in Ordnung, es wird sich zeigen, wieviel es wirklich gebracht hat. Aber auf jeden Fall ist so ein Ort immer gut, um Connections jedweder Art zu knüpfen. Und ich bin ja ein ganz großer Konnektor.

Am Montag war dann mein erster operativer Tag seit langem, nicht im Ops, aber immerhin in der Nähe. Gestern dürfte ich dann auch mal wieder rein. Ganz offiziell. War nett. Leider folgte die "Strafe" auf dem Fuß, denn weil sich in meiner Abwesenheit niemand um meine Pat, gekümmert hat ("Da kann er doch nach der OP mal eben hingehen", so der Spätdienst), dürfte ich wieder flockige 2,5 Überstunden verbuchen. "Mal eben", vielen Dank auch.

Heute bin ich dann wohl zum ersten Mal seit ich an diesem Haus bin, tatsächlich richtig ausgetickt. Habe einen Kollegen, der sonst ganz nett ist, richtig angeschrien. Der (seines Zeichens Spätdienst) beschwerte sich nämlich, daß ich die Frechheit besaß (in seinen Augen), pünktlich das Haus zu verlassen. Es war nämlich noch eine planmäßige Aufnahme über und nicht gemacht. Aber ist es meine persönliche Schuld? Ich habe mehrfach nach Aufnahmen gesehen und es war keine da. Gut, weiß jetzt auch, daß die Unterlagen wohl woanders gelagert werden oder auch so, wie's gerade lustig ist. Außerdem arbeiten außer mir immerhin 4 andere Ärzte auf dieser Station. Mein Teil der Arbeit war getan, hatte nur Kleinigkeiten zu übergeben. Und als er sich dann beschwerte, warum ich den jetzt "schon" gehen würde, bin ich explodiert. Außerdem, warum hat er denn die Aufnahme nicht gemacht? Ich sehe es echt nicht mehr ein, mich dafür rechtfertigen zu müssen, wenn ich ausnahmsweise mal pünktlich das Haus verlassen kann.

Was den Titel angeht, ich frage mich wirklich, wohin alle unsere Desinfektionssprüher mehrfach täglich verschwinden. Auf meiner Redonrunde heute mußte ich wiederholt (!) ins Stationsszimmer zurück, um weitere Flaschen zu holen. So einen großen Umsatz können wir an den Dingern gar nicht haben. Vielleicht vertickt die ja einer bei ebay?

Doc Blog

Sonntag, 3. Februar 2008

Quod erat demonstrandum...

Keine Frage, die Sonntagsdienste sind in letzter Zeit (oder womöglich schon immer und ich war zuvor nur toleranter) ein echter Griff ins Klo.
Gut, die Arbeitsbelastung hielt sich heute in Grenzen und es waren eher alltägliche sonntägliche Problemchen mit denen ich mich rumschlagen mußte, aber dennoch gereicht es mir jedesmal zu einer gewissen latenten Verstimmtheit.

Unter anderem deswegen, weil sich der Spruch "Den letzten beißen die Hunde" vom letzten Sonntagsdienst mal wieder bewahrheitet hat, wenn auch nicht in der bekannten Ausprägung. Trotzdem werden offensichtlich einige Sachen gerne (?) immer weiter abgeturft - und hoppla, schon wieder Sonntag. Stupid is as stupid does...

Die Krönung jedoch war ein ehrenwerter Kollege, seines Zeichens Sklave niedriger Rangordnung, der sich aus mir nicht ganz zugänglichen Gründen zu privater Zeit im Krankenhaus rumtreibt. Und mich aus Gründen, die mir ebenfalls abgehen, anfunkte. Schließlich, aus Gründen, die ich nun wirklich nicht mehr rational nachvollziehen kann, habe ich Trottel mich auch noch wissentlich ins Unglück gestürzt, sprich auf sein Anpiepen geantwortet. Er meinte, ich solle doch mal bitte zu ihm kommen, aber schnell, er wolle mir was zeigen.
Eine derartige Aufforderung seinerseits führt gewöhnliche zu einer deutlichdn Verlangsamung meines Arbeitstempos. Nach Klärung des Kreuzblutstatusses eines Patienten ging ich dann zu dem Kollegen.
Seine Begrüßung war nicht ungewöhnlich, in Anbetracht meines laufenden arbeitsreichenden Dienstes doch ein wenig verblüffend: "Hey, Du fauler Sack, ich hab' nicht den ganzen Tag Zeit, hatte doch gesagt, Du solltest eher kommen." Ja nee, ist klar, jemandem, der unter derart großer Selbstüberschätzung leidet, ist wohl nicht zu helfen.
Was soll ich sagen? Das Klima in unserer Abteilung ist momentan einfach toll!

Aber zum Glück hat sich bezüglich der ÄK-Geschichte etwas ergeben. Vielleicht bin ich einfach nur zu blöd zum Lesen, das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Doc BLog

Freitag, 1. Februar 2008

Viel Neues an der Front

Meine persöniche Arbeitsbelastung hält sich weiter in Grenzen, ich hätte problemlos nach dem Mittagessen gehen können. Was meine lieben (?!) Kollegen aber nicht davon abhielt, mir noch eine deftige invasive Untersuchung aufzudrücken. Just for the heck of it. Nach Ende dieser und Präsentation der Ergebnisse an den OA, meinte dieser doch sowas in der Richtung, wie: "Nicht aussagekräftig, hätte man sich im Nachhinein auch sparen können."
Ja, klasse, genau die Aussage, die man NICHT hören will, wenn man gerade und deswegen auf dem Weg, ist an einem pünktlichen Feierabend vorbeizuschrammen. Allerdings hat es damit dann doch fast geklappt.

Auch der Dienstplan mußte aufgrund interner Umstrukturierungen und Mißmut (?) einer (vielleicht ist es auch einfach nur Rebellentum oder die Gesinnung: Mitnehmen, was nur irgend geht) geändert werden und einer der Nutznießer ist ganz klar: Doc Blog darf wieder in den operativen Bereich und somit wohl auch hoffentlich in den OP! Hach wäre das schön. Immer mal vorausgesetzt, der Plan wird nicht schon wieder gekippt.
Das Leben auf "der anderen Seite" ist natürlich im Gegenteil auf keinen Fall stressärmer, hat aber doch einiges mehr mit Chirurgie zu tun, als das, was ich momentan mache. Auch wenn ich weiß, daß es auch dort wieder genügend Streß, Ärger und Einläufe geben wird, daß es für multiple Magengeschwüre reicht, freue ich mich doch drauf. Auch wenn die Zeit auf etwa einen Monat beschränkt sein wird.

Essensmäßig hat sich tatsächlich auch was getan. (Nein, ICH hatte heute keinen Fisch). Mein Vorschlag, eine Hitliste der Mitarbeiter mit deren favorisierten Gerichten anzulegen, also eine Art Wunschliste, ist "begeistert" (Zitat) angenommen worden. OK, wenn das Essen, das wir dann haben können, nur halb so positiv ausfällt wie diese Reaktion, ist mein Tagewerk erfüllt.

Zu Hause wurde ich schon von einem Brief der ÄK empfangen, der mich jetzt so richtig in Probleme bringt. Muß mir nun einige Sachen bestätigen lasse (für meine FA-Anerkennung) noch aus früherer Zeit (damals... als ich ncoh jung und unerfahren war), von denen ich jetzt schon weiß, daß mir mein früherer Chef die nicht bestätigen wird. Es ist zum Heulen, habe die Zeiten abgeleistet, die Eingriffe geesehen (nee, natürlich nicht gemacht) und stehe jetzt da und die Zeiten sind nichts wert, weil ich die OPs nicht bestätigt bekommen. Aber, was soll's, es geht ja nur um zwei läppische Jahre...
Bleibt mir nur, am Montag nochmal mit der ÄK zu verhandeln. Dann lasse ich mich doch lieber auf einen anderen Deal ein, wie z. B. eins der Jahre nochmal zu machen, als mich der illusorischen Wahnvorstellung hinzugeben, mein alter Chef würde diesen utopischen Katalog (und das dann auch noch für meine "geschätzte " Wenigkeit) unterschreiben. Was nicht heißt, daß ich es nicht versuchen werde. Die ÄK ist demnach dann erst Telefonat No. 2.

I'll keep you posted (naja, was heißt "you", weiß ja gar nicht, ob hier überhaupt jemand mitliest),
Doc Blog