Mittwoch, 11. Februar 2009

Mittwochs halb vier in Deutschland

[Ironie on] Ich habe schon immer gerne Dienst am Mittwoch gemacht, v. a., weil die niedergelassenen Ärzte einem da so gerne und gut zur Hand gehen, alle immer erreichbar sind und die Patienten immer sehr geduldig mit den Ärzten sich zeigen. [Ironie off]

Daß Mittwochsdienste und speziell die Nachmittage wirklich keine Freude machen, habe ich sehr früh in meiner chirurgischen Karriere rausfinden dürfen. Die sind für mich eigentlich noch schlimmer als Freitagnachmittags (die Freitage werden immerhin durch den planmäßig überraschenden konservierten Ileus der Internisten um 16.30 belebt).

Aber die Mittwoche??? Daß was heute abgelaufen ist, hat mich mal wieder einer Sache belehrt: Schlimmer geht immer.

Dabei lief es eigentlich ganz gut - bis..., ja bis es dann 15.30 Uhr war und die Praxen der Niedergelassenen langsam aber sicher dicht waren.
Prompt kamen um diese Uhrzeit gleich zwei Notfälle mit insuffizienter Bildgebung, wo einerseits Rücksprache mit dem behandelnden Arzt vonnöten gewesen wäre und ich andererseits erstmal die Befunde dieser Bildgebung den Radiologen aus dem Rücken leiern musste.
Unglaublich, aber wahr, konnte tatsächlich nach langer Suche einen dieser seltenen Individuen festnageln und das Fax akquirieren.

Da stellt sich natürlich die Frage, warum man sich als studierter Mensch mit dem Auftreiben von Telefonnummern, Ansprechpartnern, Faxnummern, Sekretariaten etc. rumschlagen muss, wo die Ambulanz doch eigentlich anderes zu tun hat? Klare Sache, die Helferinnen etc. haben mittwochs offensichtlich auch nachittags frei!. Aha! Gute Sache!

Ergo Fax kommen lassen (den richtigen Ansprechpartner zu finden, hat gerade mal 15 Minuten gedauert), hoppla, Sekretariat ist ja geschlossen, also Fax an eine der Stationen schicken lassen, auf Station gelatscht, Fax geholt, keine neuen Erkenntnisse gewonnen, Problem vertagt, angenervt sein, Frust schieben.
Patient leidlich zufrieden nach Haus geschickt.

Und zu allem Überfluss sind beide (!) meiner Versuche eines Abendessens kläglich gescheitert, yuck...
Problematischerweise als Ersatz dann Schokolade vertilgt.
*Memo an Doc Blog* Ausreichende Menge Schokolade zum morgigen Dienst in die Ambulanz mitnehmen.

Doc Blog

Donnerstag, 5. Februar 2009

Phrasen in der Chirurgie II

Da ich momentan nicht arbeiten darf/kann, möchte ich die Zeit sinnvoll nutzen, um meine Gehirnwindungen nach weiteren, wenn auch nicht tagesaktuellen Sprüchen, zu durchforsten. Wie gesagt, es sind alles Sprüche, die ich tatsächlich selbst gehört habe.

Perfekt, jetzt ist er so verschnürt wie ein Rollbraten.

So wie Du arbeitest, möchte ich gerne Urlaub machen.

Einweisungsdiagnose: V. a. Fieber

Wann haben Sie in letzter Zeit mal einen Hintern von innen gesehen?

Sie erinnern mich an meinen Hund.

Der jüngste Assistent muss unters Tuch.

Kriegen Sie den zu?

Lecker, hier riecht's wieder wie beim Grillfest.

Hör' auf zu kokeln, man sieht ja gar nix mehr.

Anästhesie, der Patient will mitarbeiten!

Anästhesisten sind wie Kometen, sie tauchen kurz auf und sind dann lange wieder weg.

Ich mach' zu. Verschlüsseln Sie schonmal?

Bettenplanung!

Keine heimlichen Amputationen während meiner Abwesenheit.

Hast Du Dir mal überlegt, das Röngenbild andersrum aufzuhängen? Dann sieht es auch nicht mehr so schlimm aus.

Unidentifizirbare Linie im Röntgenbild.

VIP = very incompliant patient

Ich hab' da noch zwei Nachmeldungen...

Hoppla, da wollte ich gar nicht reinschneiden.

Attention! We've got a bleeder!

Irgendwann steht jede Blutung von selbst.

Das wackelt ja wie ein Lämmerschwanz.

Was ist da runtergefallen? Brauchen wir das noch?

Bitte NICHT an den grünen Tisch kommen, der ist steril.

Wie die Zeit vergeht, die Anästhesie hat schon wieder Feierabend.

Gibt's den auch in länger?

Der Pat. hat E66.0.

Ihr habt wieder die Sternchendiagnosen falsch verschlüsselt, ich werde noch wild!

Ich liebe eine kotige Peritonitis.

Fuchteln Sie nicht so mit dem Haken rum, da kriegt man ja Angst.

Ist der Patient wach? Kann er uns hören?


So, und jetzt bin ich leergesaugt,
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Montag, 2. Februar 2009

Phrasen in der Chirurgie I

Dass Chirurgen bisweilen große Sprücheklopfer sind, ist wohl nicht unbekannt. Aus gegebenem Anlaß biete ich hier nun eine Liste der mir selber im In- und Ausland gebotenen Sprüche, die sowohl inner- als auch außerhalb des OPs ausgesprochen wurden und werden. Die Reihenfolge ist unerheblich. Mit den bekanntesten fange ich aber an.
Sollten mir noch einige einfallen, kommt vielleicht mal ein II. Teil.


Spitze betonen!

Saugen! Mehr Saugen!

Hängen Sie sich mal richtig in den Haken rein.

Ich seh' hier nix. Mehr ziehen!

Der Patient soll jetzt endlich entspannen, geben Sie ihm nochmal was!

Das Zuckometer ist kaputt.

Wäschst Du Dich für den Einer?

Warst Du schon Gastro?

Der ist trockener als die Wüse Gobi.

Ohje, wer hat denn an dem geübt?

Unser Patient ist heute aber mal so richtig saftig.

Dem haben wir's aber so richtig besorgt.

Sind Sie heute freilaufend?

Es ist ein Junge!

Wenn Sie jetzt weitersägen, können Sie ihm das Bein auch ganz abnehmen.

Für den OP-Hund...

Go straight to the bone and stay there!

Das Problem liegt supranasal.

Wir sind hier nicht in der Schwarzwald-Klinik!

18 Uhr und schon nach Hause? Freier Nachmittag, was?


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