Dienstag, 29. Juli 2008

Geilomat!

Normalerweise neige ich ja nicht zu derart vulgär-krassen Superlativen oder Kraftausdrücken, aber manchmal muss ich auch mal in dieser Schublade zulangen.

Was ist passiert? Plötzliche Beförderung zum OA meinerseits? Chef hat endlich meine schlummernden immensen Fähigkeiten und Qualitäten erkannt? Lottogewinn?

Nein, nichts dergleichen. Im Gegenteil, absolut profan, aber für mich trotzdem seit langem ein Highlight. Das heutige Essen...

Ja, man sollte es nicht meinen (so waren auch die Stimmen in der Mensa, und zwar einhellig, nach dem Motto: Sowas gibt es bei uns?!), aber manchmal (das zweite Mal seit ich dem Haus bin) gibt es sogar bei uns im KH was Gescheites zu futtern.
Aber das meine ich noch nicht einmal unbedingt (obwohl dies das Highlight nooch besser macht), sondern mein persönliches selbstkreiiertes Abendessen, zu dem ich mich nach einigem Hin und Her durchringen konnte.
In Erinnerung an Jugendtage und Urlaub habe ich mir Brot, Schinken kross, Käse und Spiegeleier gebraten, lecker angerichtet und ganz kross gebraten gegessen. Himmlisch. Bestimmt Jahre/Jahrzehnte (?) nicht mehr gehabt, aber der erste Bissen war super, hat Erinnerungen hochgebracht. War sehr sehr lecker. Leider sowas von ungesund (da war aller Sport umsonst), allen was ich da an Olivenöl im wahrsten Sinne des Wortes verbraten habe. Aber bereuen tue ich nix :-)

Und beruflich? Naja, durfte operieren (nach gestrigen Protest, als alle außer mir durften), lief ok, der OA wollte mir was demonstrieren, hatte aber nicht so geklappt. Egal, dem Pat. ging es ja gut.
Ein weiterer Kollege hat gekündigt. Alle scheinen sich in letzter Zeit beruflich weiterentwickeln zu wollen und schwirren in andere medizinische Bereiche (und Städte) ab.
Und nur weil ich mich nicht losreissen kann, bin ich immer noch hier.

Egal, hatte heute ein Superabendessen und nur das zählt (momentan).

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Donnerstag, 24. Juli 2008

Ohne sie wäre die Chirurgie nur die Hälfte wert...

Nein, ich meine nicht die emsig arbeitenden Rettungsassis, die Pflegerinnen und Pfleger oder das OP-Personal und natürlich auch nicht die ewig knechtende Garde der Chirurgen.

Sondern die Gattung Patient, die bei jahrelang bestehenden chronischen Beschwerden, nachts, meist so um Mitternacht rum, häufig dann doch etwas später, notfallmäßig das Krankenhaus aufsucht und natürlich in meiner chirurgischen Notaufnahme aufschlägt.

"Guten Morgen, was führt Sie denn heute zu uns?" (Keine Einweisung, Überweisung oder ähnliches)
"Ich hab' Rückenschmerzen!"
"Ach, ok, und wann haben die angefangen?"
"Na, so vor 6 Wochen!"
"Ehm, achja, und jetzt sind sie schlimmer geworden, nehme ich an?" (Die Uhr zeigt 12.09 a.m.)
"Nee, nur mein Hausarzt macht da nie was gegen und meinte, ich solle mal zum Orthopäden."
"Aha, ja, ok, und was sagt der Orthopäde?"
"Orthopäde? Da war ich noch nicht, da kriegt man doch nie einen Termin! Deswegen bin ich doch hier, hier ist immer jemand da!"
"?! Aber warum kommen sie dann nach Mitternacht??°
"Ich habe es vorher eben nicht geschafft und so muss ich hier auch nicht warten."

So oder so ähnlich ist es mir schon viele, viele Male passiert. Neulich erst. Versteht mich nicht falsch, ich sympathisiere absolut mit Patienten, die des nachts plötzlich starke Schmerzen bekommen (möchte fast schon sagen, damit kenne ich mich ja mittlerweile auch aus), und sich dann ins nächste KH schleppen. Die meine ich damit natürlich nicht.

Nein, ich meine die Garde der Bananenbieger, die mitten in der Nacht auf die Idee kommen, hmm, ich hab' ja jetzt nix zu tun, der Krimi ist auch zu Ende, warum nicht ins KH gehen? Und dann noch dreist sagen, daß man um diese Uhrzeit nicht warten muss (was ja zum Glück für mich meistens stimmt). Hatte sogar mal einen Spezi, dem hatte das angeblich der HA geraten, sich notfallmäßig zu später Stunde ins KH zu begeben, weil man da sicher mit wenig Wartezeit drankommt.

Ich reagiere in dieser Situation immer etwas aufbrausend und wasche den Pat. den Kopf. Was letztendlich kontraproduktiv ist, weil die's a) nicht einsehen und b) die Prozedur noch verlängert. Oft beschweren die sich dann noch, daß ich auch keine anständige Diagnostik mache ("Ich glaube Ihnen jetzt nicht, daß Ihr CT jetzt nicht mehr läuft!"), verweigern die Aufnahme ("Ich will nur 'ne Spritze, nicht hier übernachten!" - "Ach, und ich will Diagnostik vor der Spritze!") und kosten mich wertvolle Stunden nicht nur meines eh eher kargen Nachtschlafes, sondern auch meiner Lebenszeit.

Was wäre die Chirurgie ohne die Bananenbieger?

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Montag, 21. Juli 2008

Häng' mal eben Blut an...

Wie schwer es ist, dieser eigentlich einfachen Forderung zu folgen, habe ich neulich erst wieder erfahren müssen.

Der Patient, der das Blut erhalten sollte, lag auf einer Station, mit der ich fast nie was zu tun habe (Dienst eben). Als ich ankam, lag das Blut da, mit Bedsidetest und Anschlußdongle. Zuerst fehlte mir eine Schere, da konnte der Kollege noch helfen.
Beim Umschauen musste ich mit Erstaunen feststellen, daß es auf der ganzen Arbeitsfläche oder in den Schubladen/Schränken/Ablagen keine Spritzen, Kanülen etc. gab. Von Handschuhen ganz zu schweigen (vielleicht (ge)braucht die da keiner?).
Also in den Lagerraum am Ende der Station getigert und jeweils zwei geholt.
Zurück am Arbeitsplatz angefangen zu kreuzen, getropft, shit, keine Tupfer ?!?! Also wiederum zum Lagerraum gelaufen, Tupfer mitgenommen.
Bedsidetest des Patienten zufriedenstellend beendet.
Beim Bedsidetest der Konserve Krise, die Blutgruppe scheint nicht zu stimmen? Das hatte ich ja noch nie. Ergo, wieder testen, brauche wieder die Schere (Kollege aber schon weg, Schwester hilft, als ich sie endlich gefunden habe). Achja, brauche ja wieder meine Kanüle und Spitze, also ab in den Lagerraum. Zurückgekommen fehlt mir vorm Blutpanschen auf, daß mir persönlich Handschuche doch sehr genehm wären, also Weg zurück.
Zweimal den Bedsidetest gemacht, Rücksprache mit dem Labor gehalten, alles ok.
Blut angehangen (nachdem ich wiederum zum Lager für ein paar Tupfer musste) und es lief mehr schlecht als recht. Aber es lief. Patienten beobachtet, instruiert und gegangen.
Wenig überraschend, eine Stunde später der Anruf, die Braunüle läuft nicht mehr...
Ich muss wohl nicht eigens erklären, daß das Legen einer neuen ein ziemlicher Akt war ?!
Aber wie gesagt, häng' doch mal eben Blut an...

Dieses mich persönlich sehr nervende Erlebnis mag für andere nicht so wild erscheinen, ich persönlich fand es total unnötig und hat mich ziemlich auf 180 gebracht. Weiß nicht, was ich tun soll, wenn ich jemals auf diese "Station" versetzt werden sollte. Frage mich auch, wie die Kollegen, dies tagtäglich aushalten. Naja, im Endeffekt dramatisiere ich ja wahrscheinlich eh nur wieder.

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Dienstag, 8. Juli 2008

Und wieder ein Traum...

Die Tatsache, daß ich in meiner Freizeit tatsächlich jetzt schon mehrmals (!) von der Klinik geträumt habe, zeigt mir nicht nur eine pathologische Affinität mit der ganzen Sache auf, sondern auch, daß es noch viel viel schlimmer kommen kann. So geschehen in meinem Traum...
Insofern ist es wohl so, daß ich doch tatsächlich auf hohem Niveau jammere.

Nochwas zum Jammern? Die House-Folge heute ist doch eine Wiederholung, oder? Warum kenne ich die eigentlich alle schon in letzter Zeit. Schade. Irgendwie.

Habe Geld via paypal verschickt (und diesmal eine richtig erhebliche Summe), das noch nicht angekommen ist, das macht mir Sorgen. Ist ja nicht so, als würde ich wie'n Chefarzt verdienen und das wären peanuts für mich. Naja, nachdem ich die privatärztlichen Abrechnungen meiner Ärzte gesehen habe, sollte ich vielleicht doch über eine Niederlassung nachdenken, lol.

Anyhow, in der Klinik ist alles weiterhin der gleiche Irrsinn, wenn sich da von selbst nix ändert, muß ich was ändern, aber das ist ja die alte bekannte Leier. Ich sollte weg, kann aber nicht, wegen der Familie etc pp.

Und da dieser Post sowohl inhalts- als auch ergebnislos ist, wird er nun ad acta gelegt.

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