Mittwoch, 4. März 2009

Twister im OP

War gestern nach längerer Abstinenz dann doch auch mal wieder im OP. Und dann direkt in einem echten Hammerpunkt, Zweihöhleneingriff etc. Das schlaucht, sowas von.

Dafür haben wir Twister im OP gespielt, lol. Weiß ja nicht, wer dieses Spiel kennt, aber ich habe das früher ("damals") gerne mit meinen Kumpels gespielt. Prinzip dabei ist ja, daß man seine Hände und Füße nach Ansage auf den verschiedenen Farben des Feldes verteilt. Führt zu komplexen Verdrehungen und Luxationen.

Im OP sah ds ganze so aus, daß ich mit der linken Hand den Aufspreizrahmen stabilieren musste (und zwar solange, daß ich an der Auflagefläche am Unterarm einen Dekubitus entwickelt habe). Um etwas anderes zu halten, musste ich dann mit der rechten Hand über die linke greifen, war also schon überkreuz. Weil ich keine Hände mehr zur Verfügung hatte und ich die Haken/Spreizer auch nicht loslassen konnte, musste die links stehende OP-Schwester ihre rechte Hand neben meine linke, also ganz nach außen, strecken. Der OA hielt mit einer Hand einen Haken und wuselte mit der anderen mit einem Instrument durch den Situs. Da ich halb seitlich stand, musste ich das linke Bein etwas ausstrecken, um mich zu stabilisieren. Die OP-Schwester stand auf einer Stufe und lehnte über den OP-Tisch, um den Haken zu halten.
Chaos komplett.

Da die Arbeitszeiten momentan komplett exazerbieren und ich jeden Tag dekompensiere, bleibt keine Zeit für einen sinnvollen, längeren Blogpost.

Doc Bloc

Kommentare:

Peter hat gesagt…

Gehe ich recht in der Annahme das du WÄHREND einer OP ein Spiel gespielt hast??

Du also dich auf etwas anderes als auf den Patienten konzentrieren musstest??

Physioblogger

Doc Blog hat gesagt…

Hmm, nee, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Wir haben natürlich KEIN derartiges Spiel im OP gespielt.
Aber die Verbiegungen, die wir da machen mussten, erinnerten mich doch sehr an die Art und Weise des Twister.

Doc Blog

Peter hat gesagt…

Ja okay...denn wenn dies so gewesen wäre...wäre ich ziemlich wütend geworden....

Aber so...hast Glück gehabt :))

Dann gehe ich Recht der Annahme das die OP so schwierig war?? Wegen Platzmangel oder so??

Oder bei welcher OP muss man sich so derart verenken?? Man steht doch direkt am Patienten oder nicht??

Gruß:

Physioblogger

Doc Blog hat gesagt…

Das war das häufige Problem einer OP. Erst muss man eine Sache halten, dann die nächste, ohne aber die erste loszulassen, da muss man sich schonmal verrenken oder schmerzhafte Positionen einnehmen. Das finde ich ausgesprochen unangenehem, dauernd was in die Hand gebohrt zu bekommen. Naja, und dann musste die Schwester auch noch (was ungewöhnlich ist), eine andere Sache halten oder den Sauger bedienen, und da ich im Weg stand, mußte ich mich herauswinden und das länger zu halten, naja, war nicht so angenehm und da dachte ich eben an Twister.

Doc Blog

kinderdok hat gesagt…

... mensch, das steht auch im aktuellen deutschen ärzteblatt - wenn auch mit kleinem druckfehler:
Twitter im OP