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Dienstag, 12. August 2008

10 Dinge, die mir nicht wirklich ein Lächeln ins Gesicht zaubern :-(

Es gibt einige Dinge, die mich nerven, richtig annerven, daß ich oft genug die Krise kiege, wenn diese mal wieder passieren. Allerdings gibt es dabei unterschiedliche Schattierungen des Ganzen. Und die Auslöser sind kontinuierlichen Änderungen unterworfen, ebenso ist die Reihenfolge (anders als bei Letterman's Top Ten List...) nicht fest vorgegeben, sondern austauschbar.

1. Von einem miserablen Lied durchs Radio geweckt zu werden
Ich mag Musik, bin ein musikalischer Mensch und Musik ist mir wichtig. Keine Frage, daß ich mich natürlich via Radio wecken lassen (so ein komischer Summdummton kommt mir nicht ins Schlafzimmer). Habe immer denselben Sender eingestellt, Standard regional, nix besonderes oder ausgefallenes. In regelmäßigen Abständen werde ich durch ganz grauenhafte "Lieder" geweckt (entweder gehirnerweichende Bumm-Bumm-Musik, die eher zu 1Live passen würde), oder eunuchoid kreischende Männerstimmen oder maximal dissonante "Rhythmen". So oder so treibt mich das schnell aus dem Bett.

2. Warum sind eigentlich einige Menschen mehr als andere wert?
Diese Feststellung muss ich häufiger machen. Und ich meine nicht, daß sich Chefärzte arrogant gegenüber kleinen Assistenten verhalten, im Gegenteil, die sind meist sehr nett. Aber offensichtlich sind die Herren (seltener Damen) der Verwaltung, PDL oder Rezeption (?!) doch deutlich bessere Menschen als der Rest, der in der Klinik rumläuft! Woran man das erkennt? Man wird grundsätzlich von ihnen nicht nur nicht gegrüßt, sondern schlichtweg ignoriert, selbst wenn man sie laut grüßt. Warum? Darf ich sie nicht ansprechen? Ist ein schlichter Rückgruß an mich unter ihrer Würde? Vorgestern bin ich dem PDL-Menschen vor die Füße gesprungen und habe ihm ein Guten Tag engegengebrüllt, was er nur mit einem dezenten Anheben der linken Augenbraue und Stirnrunzeln zu quittieren wusste.

3. Das wechselhafte Wetter hier
In meinem Urlaub war es teilweise noch so schön, knalleheiss, einfach wunderbar, da vermißt man den Süden gar nicht. Aber jetzt? Hier? Wo ist der Sommer? Es regnet, gewittert, stürmt in variabler Reihenfolge. Das führt nicht zu einer ausgeglichenen Stimmung, weder bei mir noch bei den Pat. noch bei sonstwem. Ich will meinen Sommer wieder haben!

4. Die Tatsache, daß das mit dem Operieren immer noch nicht klappt, muss ich ja nicht extra erwähnen. Aber wenn ich auch noch aus den OPs rausgelobt werde, BEVOR ich überhaupt in den OP gehen konnte, ist das neu.

5. Das Fernsehprogramm...
Hat sich was in der deutschen Fernsehlandschaft geändert? Gibt es nur noch Dokusoaps, Auswanderer, Wiederholungen, Reportagen (alle über dasselbe Thema) und dergleichen? War doch früher auch mal anders. Das, was momentan geboten wird, spricht mich überhaupt nicht an. Somit ist ein erholsamer Abend vor dem Fernseher auch nicht drin. Und Radiohören bietet ja leider o. g. Mängel. Und warum House nicht zieht, s. 10.

6. Faule (?) Kollegen
Wie kann es sein, daß ich als Frühdienst, der immerhin drei Stunden nach offiziellem Dienstschluß endlich gehen möchte (cave! es noch nicht getan HAT!), von meinem lieben noch im Hause verweilenden Spätdienst angesprochen werde, doch noch eine Aufnahme für ihn zu machen. Und dann noch ein langes Gesicht ernte (und wahrscheinlich innerlich verflucht werde), wenn ich dankend ablehne. Wo sind wir denn hier? Wurde dafür nicht das System des Schichtdienstes eingeführt?

7. Parkplatzsuche
Wenn ich dann endlich nach langer getaner Arbeit todmüde (ist in letzter Zeit wirklich so, habe eine chronische Müdigkeit entwickelt) zu Hause aufschlage, trennt mich von meinem Bett immer noch die Parkplatzsuche. Es ist ausgesprochen unbefriedigend, erstmal eine Runde drehen zu müssen, bevor man sich niederlassen kann. Interessanterweise ist das Problem größer, wenn ich früher als sonst nach Hause komme.

8. Obwohl ich wirklich wenig Zeit habe, im KH zu essen (und das Essen ja auch bekanntermaßen nicht so der Renner ist), geht irgendwie doch eine Menge meines Gehalts fürs (Klinik)Essen drauf. Schon komisch. Dauernd ist meine Karte leer. Aber Essen ist ja nicht nur essen, sondern auch social bonding und gerade in schwierigen Zeiten wichtig.

9. Hassen mich meine Nachbarn und die Stadtwerke/Baufirmen/Müllabfuhr?
Dieser Gedanke kommt mir ab und zu nach meinen Nachtdiensten. Wenn ich mich dann gerade ins Kissen fallen lassen will, dreht entweder der Nachbar seine Technomusik auf (wie gesagt, morgens 8 Uhr nach dem Dienst), oder die Stadtwerke (oder sonstwer) beschließen an genau diesem Tag ein sehr großes Loch vor meinem Haus zu buddeln oder die anderen Nachbarn bekommen eine sehr große Ladung Eisenrohre (?), die lautstark abgeladen werden muss oder die Müllabfur (oder ist es die Straßenreinigung?) kommt mit diesen Wagen, die so laut piepsen, wenn sie fahren. Was auch immer ist, es stört. Sicher, auch diese Leute müssen arbeiten, keiner will Müll vor der Tür liegen haben oder auf seine Eisenrohre verzichten. Ganz zu schweigen von morgendlicher Techno-Musik in maximaler Lautstärke.

10. Dr. House - Ein Thema für sich
Ich konnte mich nicht beherrschen und habe mir die DVDs vorab gekauft. Und jetzt kenne ich schon alle Folgen und weiß, was passieren wird. Schade. Aber eben selber schuld.
Gucke jetzt trotzdem die Folge, die ich bereits kenne, weiter.

Sicherlich ist dies keine weltbewegende Liste, aber dies sind regelmäßig wiederkehrende, mehr oder minder große, meine Stimmung mehr oder weniger reduzierende Sachverhalte. Welcome to my life.

Doc Blog

Montag, 28. April 2008

Chefs Auto

Am Donnerstag bin ich (bewußt) eine Viertelstunde später zum Dienst gekommen, weil ich ja nicht auf der Station eingeteilt bin. Wer biegt prompt hinter mir in die Krankenhauszufahrt? Chef natürlich, das ist wie Murphy's Law... Zum Glück glaube ich, kann man mein Auto nicht so unbedingt mir zuordnen (es sei denn, er hat mir wirklich zwischendurch mal sehr genau zugehört), deswegen hege ich die Hoffnug, daß er es gar nicht reistriert hat. Man sollte eh nicht so self-centered und egoman sein.

Bin dann extra langsam ausgestiegen, weil Chef auf seinem Parkplatz vor dem Eingang parkte und dachte, er wäre ja längst drinnen, wenn ich dann da vorbeikomme. Und was war? Auch Chef hatte den Ultraschleichgang eingeschaltet. Mußte fast rückwärts gehen, um ihn nicht zu überholen. Und spätestens als er einen prüfend sondierenden Blick über das Pakplatzterrain warf, vermeine ich, hat er meine Wenigkeit in einer dunklen Ecke hocken sehen.

Schon peinlich irgendwie, obwohl ich ja eigentlich nix falsch gemacht habe. Habe meine Überstunden ordentlich mit Ausrechnung der halben Stunde abgeglichen, war pünktlich in der Besprechung und habe auch alle Patienten versorgt. Trotzdem schlechtes Gewissen. Auch wenn ich heute eine Viertelstunde eher gekommen bin, um die Visite durchboxen zu können (aber das wird keiner registriert haben).

In meinem alten Haus bin ich auch ein paar Mal nach der öffentlichen Dienstbeginnzeit gekommen, war aber immer pünktlich in der Morgengesprechung. Trotzdem ist es dem Chef da nicht entgangen, daß er mehrere Tage in Folge vor oder hinter meinem (damals auffälligem fahrbaren Untersatz) gefahren ist. Hat mich nämlich drauf angesprochen.

Und heute komme ich auf den Parkplatz zu meinem Auto und neben mir steht Chefs Auto. Der wie gesagt einen eigenen zugewiesenen mit Namen etikettierten wichtigen Parkplatz deutlich näher am Eingang sein eigen nennt. Warum stellt er sich neben meinen Wagen? Vor allem, da doch drumherum alles frei war. Schon komisch. Aber wenn ich weiter so denke, entwickle ich noch einen Verfolgungswahn.

Und die Arbeit auf Station ist auch wie eh und je. Dauernd wird man angefunkt, man kann keine Sache zu Ende bringen, wird am Ende noch angepfiffen, weil man offensichtlich nichts weggearbeitet hat (klar, das was weg IST, sieht man ja auch nicht mehr, duh!) und kann seinen eigenen Kram nicht in der vorgegebenen Zeit wegschaffen. Unglaublich. Bin sofort wieder angeätzt. Und morgen muß alles extraflott gehen, weil ich einerseits lange im OP Haken halten muss/darf und dann auch noch zeitig weg muss zu einem neuerlichen Arzttermin.

So, immerhin habe ich gerade gesehen, daß morgen zwei Folgen Chicago Hope kommen. Be grateul for small favors...

Doc Blog

Donnerstag, 13. März 2008

Pimp my Assistenzarzt

Man gewähre tägliche Einläufe, nehme etwas Demut und läßt den Assistenten ab und an kleine Häppchen operieren, schon hat man den perfekten gut erzogenen gehorsamen und willigen Assistenten.

Mit ersterem klappt es bei uns ja schon ganz gut, mit letzterem hapert es noch ganz gewaltig. Heute allerdings durfte ich eine OP machen, die ich selbst noch niemals gesehen, geschweige denn assistiert hatte. Mit dem OA an der Seite hat es dann aber doch ganz gut geklappt. Hat Spaß gemacht.

Ansonsten gibt es nur die üblichen Katastophen. Mittlerweile hat der dritte Kollege gekündigt, meine Fortbildung im April sehe ich somit nun ernsthaft in Gefahr (habe mich aber trotzdem schonmal verbindlich angemeldet, kost' ja nix) und meinen Urlaub werde ich nun doch wie geplant nehmen. Auch wenn wir nicht wegfahren werden, denke ich, werden ein paar Tage raus aus der Nummer mir auf keinen Fall schaden.

Bezüglich der anderen Sache habe ich immer noch nichts gehört, traue mich aber in der momentanen Situation auch nicht so recht, mal zu fragen. Wäre ja fast, wie Öl ins Feuer zu giessen. Nenene, man lebt auch so als Assistent schon gefährdet genug.

Ab morgen bin ich wieder auf einer anderen Station, allerdings nur aushilfsweise. Nach dem Urlaub bin ich in der Ambulanz. Ich hoffe ja inständig, daß diese Phase nicht zu lange dauern wird, befürchte insgeheim aber schon schlimmestes...

Doc Blog

Dienstag, 26. Februar 2008

Daily Soap aus der Klinik

Parmesan war lecker, wurde aber von der Waage ganz übel abgestraft, leider. Da gönnt man sich mal was nach einem harten Arbeitstag. Eine der wenigen Freuden des Lebens.
Für heute ist Pizza eingeplant. Ahand des Essens kann man ja schon erkennen, wie schlimm der Tag war.
Ich frage mich wirklich, wann ich mal dazu kommen soll, den Joghurt als alleiniges Abendessen zu verspeisen?

Und auch der heutige Tag wird in die Annalen als suboptimal eingehen. Und ich war nicht im OP. Dies allerdings freiwillig, weil wir viel zu viele Aufnahmen hatten, als daß zwei Leute alleine sie hätten wuppen können. Weiß nicht mal, ob ich was verpaßt habe.

In letzter Zeit kommt mir oft der abstruse Gedanke, ich würde "Scrubs" leben. Als ich die Serie das erste Mal in USA gesehen habe, konnte ich nur mitleidig drüber lächeln,, wie erbärmlich das Leben amerikanischer Ärzte lt. dieser Serie ausehen sollte. Tja, ich wurde schnell eines besseren belehrt. Daß mich noch keiner Flachzange genannt hat, ist alles.
Aber was sonst soll man in eine Ansammlung von mehreren weißbekittelten Assistenten hineininterpretieren, die feixend hinter ihrem OA stehen? Lustig ist es trotz aller Melodramatik allemal.

So, die Pizza bruzzelt im Ofen vor sich hin, mein Hunger ist eher wenig vorhanden (Z. n. Haribo-Fressanfall), aber dafür muß ich ja gleich noch "meine" Serie der 80er zu Ende gucken.

Doc Blog

Montag, 25. Februar 2008

... and being bimbo continues...

Wen wunderts? Mich bestimmt nicht.

Ein Bimbo ist ja lt. wikipedia definiert als "eine Person, die freiwillig niveaulose Aufgaben übernimmt, die ihr andere auftragen". Und genauso sieht es aus.

Neben Röntgenbildern suchen, blöde Anfragen ausfüllen und immer dem OA Gewehr bei Fuß stehen muß man irgendwie versuchen, eine Station mehr oder minder verrückter Patienten am Laufen und besagte Pat. bei Laune zu halten. Gleichzeitig kriegt man von den werten Kollegen auch noch zu hören, warum die Arbeiten des Tages noch nicht alle fertig sind! Häh! Es sind nur 3 Aufklärungen übrig. Bedenkt man des Berg von heute morgen, m. E. gar nicht mal so schlecht.

Schlecht sind andere Dinge. Z. B., daß meine operative Phase schon wieder beendet scheint. Bin jetz nächsten Monat auf der Privatstaion und dann in der Ambulanz eingeteilt. Nichts gegen den Dienstplanschreiber (oder eher -schreiberin), aber gewisse Ressentiments lassen sich da nicht verhindern. Achja, schwanger müßte man sein, aber ich meine, das habe ich bereits geschrieben. Von wegen Ressentiments...

Morgen bin ich im OP eingeteilt, übrigens das erste Mal wieder seit letztem Dienstag. Warum habe ich das Gefühl, daß das nicht gut werden wird? Daß ich wieder der Bimbo sein werde und für irgendetwas blöd angemacht werde. Hoffe mal, daß meine Vorahnungen nicht bestätigt werden.

Doc Blog
Z. n. akuter Parmesan-Intoxikation

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wer auf meiner Station trinkt eigentlich Softasept?

Nach etwas längerer Abwesenheit melde ich mich nun zurück.

Diverse Sachen sind in der Zwischenzeit vorgefallen, zum einen stand ich am Dienstag tatsächlich mal wieder auf dem OP-Plan, ja, sogar als Operateur. Leider stand bei Oberarzt nur das berühmte N.N. Auch in unserer Klinik verheißt dies nicht unbedingt gutes.
Als ich nachmittags dann in den OP gerufen wurde, gab es dann auch tatsächlich keinen OA... Einer stand im anderen Saal, einer war soeben auf eine Sitzung entschwunden und der dritte war vorsichtshalber einfach mal gar nicht zum Dienst erschienen.
Traute mir nicht so recht zu, das alleine zu machen und war insofern froh, daß ich das als Nicht-Facharzt auch nicht darf, somit einer der Oberen kommen MUSSTE.
Glücklicherweise rief mich die OP-Schwester an (zwecks Vorwarnung), so daß mich nicht am OP-Tisch der Schlag treffen konnte. Sie war nämlich so frei gewesen, und hatte unseren Professor gefragt, ob er nicht Lust hätte, mir zu assistieren...
Damit mich keiner falsch versteht, ich mag unseren Chef, er ist ein toller Operateur und meistens auch recht nett. Aber ich habe ihn in zwei Jahren an dieser Klinik nie den Assistenten für eine Anfänger-OP machen sehen. Nun gebührte mir die Ehre und ich war sowas von aufgeregt.
Im Endeffekt war alles nicht so schlimm, Chef war total relaxt, erklärte viel und war super geduldig. Als er dann abgetreten ist, und die Spannung abfiel, habe ich so gezittert, daß ich kaum die Hautnaht hinbekommen habe. Aber ich denke, so blöd habe ich mich nicht angestellt. Und das Beste, als ich dann erst am Montag (war ab Mittwoch auf Fortbildung) wieder auf Station war, war der Pat. bereits beschwerdefrei entlassen worden. Immer gut sowas...

Die Fortbildung war auch in Ordnung, es wird sich zeigen, wieviel es wirklich gebracht hat. Aber auf jeden Fall ist so ein Ort immer gut, um Connections jedweder Art zu knüpfen. Und ich bin ja ein ganz großer Konnektor.

Am Montag war dann mein erster operativer Tag seit langem, nicht im Ops, aber immerhin in der Nähe. Gestern dürfte ich dann auch mal wieder rein. Ganz offiziell. War nett. Leider folgte die "Strafe" auf dem Fuß, denn weil sich in meiner Abwesenheit niemand um meine Pat, gekümmert hat ("Da kann er doch nach der OP mal eben hingehen", so der Spätdienst), dürfte ich wieder flockige 2,5 Überstunden verbuchen. "Mal eben", vielen Dank auch.

Heute bin ich dann wohl zum ersten Mal seit ich an diesem Haus bin, tatsächlich richtig ausgetickt. Habe einen Kollegen, der sonst ganz nett ist, richtig angeschrien. Der (seines Zeichens Spätdienst) beschwerte sich nämlich, daß ich die Frechheit besaß (in seinen Augen), pünktlich das Haus zu verlassen. Es war nämlich noch eine planmäßige Aufnahme über und nicht gemacht. Aber ist es meine persönliche Schuld? Ich habe mehrfach nach Aufnahmen gesehen und es war keine da. Gut, weiß jetzt auch, daß die Unterlagen wohl woanders gelagert werden oder auch so, wie's gerade lustig ist. Außerdem arbeiten außer mir immerhin 4 andere Ärzte auf dieser Station. Mein Teil der Arbeit war getan, hatte nur Kleinigkeiten zu übergeben. Und als er sich dann beschwerte, warum ich den jetzt "schon" gehen würde, bin ich explodiert. Außerdem, warum hat er denn die Aufnahme nicht gemacht? Ich sehe es echt nicht mehr ein, mich dafür rechtfertigen zu müssen, wenn ich ausnahmsweise mal pünktlich das Haus verlassen kann.

Was den Titel angeht, ich frage mich wirklich, wohin alle unsere Desinfektionssprüher mehrfach täglich verschwinden. Auf meiner Redonrunde heute mußte ich wiederholt (!) ins Stationsszimmer zurück, um weitere Flaschen zu holen. So einen großen Umsatz können wir an den Dingern gar nicht haben. Vielleicht vertickt die ja einer bei ebay?

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Donnerstag, 24. Januar 2008

Der Fluch der Röntgenbilder...

Habe heute ungelogen eine Stunde damit zugebracht, die Röntgenbilder einer Patientin zu suchen, um diesbezüglich mit dem OA etwas zu besprechen. Schließlich habe ich sie in dem Stapel der entlassenen Patienten gefunden. Unglaublich, man fühlt sich fast schon boykottiert. Insbesondere, weil eine ähnliche Situation heute morgen früh mit den Bildern einer Patientin passiert ist. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, daß ich nicht Medizin studiert habe, um Röntgenbilder zu suchen. Das mag sehr überheblich klingen, aber jedesmal, wenn ich auf diese Mission impossible gehe, frage ich mich, warum ich das machen muß. Schon klar, wenn ich es nicht tue, macht es kein anderer. Aber genau das macht es noch ärgerlicher.

Was das weitere angeht, ist es wie gehabt. Heute gab es eine sehr komplexe DRG-Fortbildung. Ich gebe zu, ich habe wirklich mal kein einziges Wort verstanden. Zumindest in den ersten 10 minuten nicht, danach wurde es schwieirg, weil die Worte und Buchstaben immer wieder mal kurzzeitig verschwammen, bis ich dann wieder die Kraft zum Fokussieren fand. Immerhin saß Chef mir direkt gegenüber, einzuschlafen wäre hochgradig peinlich gewesen.
Diese DRG-Sache ist ja wirklich sehr komplex, frage mich, ob das a) auch in anderen Ländern so ist (denn Auswandern ist auch für mich immer noch bzw. immer mal wieder ein interessantes Thema) und b) ob in diesen Ländern (die mich interessieren) auch der Arzt für die Codierung zuständig ist oder eher doch "geschultes Fachpersonal", was ich eindeutig begrüßen würde.

Nachdem wir heute unsere Station versorgt hatten, mußten wir auch noch die Arbeit der anderen machen und dann auch noch bis in die Puppen auf unsere Oberen warten. Finde schon, daß vieles bei uns einfach schlechte oder mangelnde Organisation ist. Dies führt zu Mißmut, schlechter Laune und Anpöbeleien (einige Kollegen sind ja darin ganz groß). Man könnte doch einiges verbessern (und v.a. die Stimmung heben), indem man Abläufe vereinfacht und v.a. auch mal positive Mitarbeiterrückkopplung gibt. Denn eigentlich werden hier nur Einläufe verteilt, positives, also Belobigungen habe ich hier zuletzt im letzten Jahr gehört. Positive Signale von (ganz) oben würden auf jeden Fall die Stimmung und das "globale Klima" verbessern, allerdings das Kind auch nicht mehr aus dem Brunnen holen.

Mittlerweile fällt es mir sogar schwer zu glauben, daß ich "früher", also vor gut einem halben Jahr, noch sehr gerne in diese Klinik zum Arbeiten gegangen bin. Schon traurig, daß sich die Gefühle und Empfindungen nur aufgrund äußerer Einflüsse so schnell ändern können. Und doch würde es mir sehr leid tun, hier wegzugehen, aber hauptsächlich denke ich mal, weil der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist. Und ich bin dazu auch noch faul.

Werde morgen mal versuchen, in den OP der "Konkurrenz" zu schleichen, um denen bei einem interessanten Eingriff zuzusehen. Hoffe ja mal, daß unsere Tagesplanung das zuläßt. Wenn schon nicht selber operieren, dann wenigstens was dazulernen.

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