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Über mich

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Dienstag, 16. September 2008

Faszinierende Sache...

Während ich heute morgen ungelogen eine ganze Stunde darauf warten musste, daß die Anästhesie unseren Patienten intubiert bekommt, habe ich eine recht erstaunliche Entdeckung gemacht:
Im Boden unseres OPs befindet sich ein 3D-Muster. Ähnlich wie bei den 3D-Büchern, die es früher gab. Nur ist es bei uns kein Muster (also kein Knochen oder Skalpell oder so), sondern einfach nur eine dreidimensionale mehrschichtige Ebene. Sah trotzdem gut aus.
Frage mich jetzt, ob das in anderen OP-Sälen Deutschlands auch so ist? Bitte mal ausprobieren. Am besten so im Halbschlaf noch ein bißchen danebenzuschielen.

Während der OP habe ich mich dann pausenlos vom Oberen runtermachen lassen (müssen, konnte ja nicht weg). Wegen vieler unnötiger Kleinigkeiten, wenn man es den gestressten OÄ nicht recht machen kann. Nein, kann noch nicht Hellsehen, nein, ICH kann nichts dafür, wenn er selbst den von mir gehaltenen Haken wegschubst. Gut, zugegeben, die OP bei dem Situs war sicher nicht ohne, aber trotzdem fand ich es blöd.

Und früher war es doch mal so, daß man sich erst in einer Abteilung einarbeiten muss? Bevor man "belohnt" wird, meine ich. So war zumindest die Ansage an mich in den Abteilungen, in denen ich früher war. Erstmal beweisen, daß man was weiß und kann, bevor man selber rangelassen wird. Tja, Tatsache ist hier, daß der neue Kollege (kein Vierteljahr hier) ständig operieren darf. Wobei ich nicht glaube, daß er besser operiert als ich. Aber wenn ich die OÄ drauf anspreche, heißt es nur, man dürfe die neuen Leute ja nicht verprellen. Klasse, Superargumentation.

Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

Doc Blog

Mittwoch, 3. September 2008

From zero to hero ?

Momentan habe ich eine erstaunlich gute Phase, sozusagen einen echt guten Lauf (hatte ja schon mal einen zeitweiligen Höhenflug, der nur allzubald beendet wurde, deswegen bin ich natürlich per se skeptisch, aber dennoch geniesse ich es).

Woran sich das äußert? Naja, momentan bin ich hier fast eine One-Man-Show. Es sind soviele krank, fehlen aus anderen Gründen (Thailand?!, ich nehme mal an, tatsächlich Urlaub machen) oder haben gekündigt oder kommen einfach so nicht mehr.
Quintessenz ist, daß der Laden aus dem letzten Loch pfeift (ja, ich und Idiome). Und was macht Doc Blog, statt die Gelegenheit zu nutzen und den Karren endlich mal an die Wand fahren zu lassen, mit einem Riesenknall, damit alle aufwachen?
Nun, ich habe die Stationen, Ambulanzen, OPs und sonstiges geschmissen und das vielleicht gar nicht mal so schlecht. Das soll kein stinkendes Eigenlob sein, ich bin einfach froh, daß ich diese Phase der katastrophale Unterbesetzung tatsächlich (fast) im Alleingang gemeistert habe. Vielleicht bin ich doch nicht so blöd.

Und das beste ist, daß ALLE oberen Instanzen dies wohlwollend und anerkennend zu Kenntnis genommen haben und es mir tatsächlich auch so sagen. Das ist sowas von gut fürs Ego. Und mehr als das, alle sind supernett und freundlich zu mir, bieten Hilfe an, sind rücksichtsvoll und scherzen mit mir. Heute dürfte ich unerwartet operieren und - was ich besonders bemerkenswert finde - mir werden menschliche Fehler verziehen (statt wie früher runtergemacht zu werden).

Heute in der allgemeinen Visite sollte ich eine Zusatzaufnahme nach einem unauffälligen Röntgenbild anmelden, bin aber danach zu abgelenkt gewesen, um dran zu denken und war danach ewig und drei Tage im OP.
Kurz nachdem ich wieder draußen war, kam Chef und fragte nach dem Bild (NEIN! Ich Trottel!). "Haben Sie das noch nicht angemeldet?" - " Nein, das wollte ich noch nicht, ich musste erst auf die Ergebisse der Übersichtsaufnahme abwarten. Vielleicht wäre das CT dann gar nicht notwendig" - "Achso, ja, das ist sinnvoll".
Nach erneuter Sichtung des Pat. sagte er dann ein paar Minuten später, ich solle doch bitte die Untersuchung dennoch für morgen anmelden, obwohl es wahrscheinlich nicht klappen würde, weil's zu spät angemeldet würde. Aber das wäre ja nicht so schlimm.

So was... Da hätte es zumindest (!) böse böse Blicke zu früheren Zeiten gegeben (und wahrscheinlich eine interne Notiz bzgl. Unfähigkeit seitens des Assistenten).

Was will uns der Autor dieses unwichtigen Blogs un damit sagen:
Trotz aller Widrigkeiten bin ich momentan fast schon pathologisch guter Dinge (war da nicht mal eine House-Folge mit diesem Thema?), bin motiviert und arbeite viel, zügig, effizient und somit produktiv. Wenn es so weiterginge wollte ich mich kaum noch beschweren. Obwohl der grobe Rahmen natürlich damit immer noch nicht stimmt, kommt so zumindest für mich immerhin wieder ein wenig Spaß ins Spiel. Und die OP heute war klasse ;-)

Doc Blog

Donnerstag, 24. Januar 2008

Der Fluch der Röntgenbilder...

Habe heute ungelogen eine Stunde damit zugebracht, die Röntgenbilder einer Patientin zu suchen, um diesbezüglich mit dem OA etwas zu besprechen. Schließlich habe ich sie in dem Stapel der entlassenen Patienten gefunden. Unglaublich, man fühlt sich fast schon boykottiert. Insbesondere, weil eine ähnliche Situation heute morgen früh mit den Bildern einer Patientin passiert ist. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, daß ich nicht Medizin studiert habe, um Röntgenbilder zu suchen. Das mag sehr überheblich klingen, aber jedesmal, wenn ich auf diese Mission impossible gehe, frage ich mich, warum ich das machen muß. Schon klar, wenn ich es nicht tue, macht es kein anderer. Aber genau das macht es noch ärgerlicher.

Was das weitere angeht, ist es wie gehabt. Heute gab es eine sehr komplexe DRG-Fortbildung. Ich gebe zu, ich habe wirklich mal kein einziges Wort verstanden. Zumindest in den ersten 10 minuten nicht, danach wurde es schwieirg, weil die Worte und Buchstaben immer wieder mal kurzzeitig verschwammen, bis ich dann wieder die Kraft zum Fokussieren fand. Immerhin saß Chef mir direkt gegenüber, einzuschlafen wäre hochgradig peinlich gewesen.
Diese DRG-Sache ist ja wirklich sehr komplex, frage mich, ob das a) auch in anderen Ländern so ist (denn Auswandern ist auch für mich immer noch bzw. immer mal wieder ein interessantes Thema) und b) ob in diesen Ländern (die mich interessieren) auch der Arzt für die Codierung zuständig ist oder eher doch "geschultes Fachpersonal", was ich eindeutig begrüßen würde.

Nachdem wir heute unsere Station versorgt hatten, mußten wir auch noch die Arbeit der anderen machen und dann auch noch bis in die Puppen auf unsere Oberen warten. Finde schon, daß vieles bei uns einfach schlechte oder mangelnde Organisation ist. Dies führt zu Mißmut, schlechter Laune und Anpöbeleien (einige Kollegen sind ja darin ganz groß). Man könnte doch einiges verbessern (und v.a. die Stimmung heben), indem man Abläufe vereinfacht und v.a. auch mal positive Mitarbeiterrückkopplung gibt. Denn eigentlich werden hier nur Einläufe verteilt, positives, also Belobigungen habe ich hier zuletzt im letzten Jahr gehört. Positive Signale von (ganz) oben würden auf jeden Fall die Stimmung und das "globale Klima" verbessern, allerdings das Kind auch nicht mehr aus dem Brunnen holen.

Mittlerweile fällt es mir sogar schwer zu glauben, daß ich "früher", also vor gut einem halben Jahr, noch sehr gerne in diese Klinik zum Arbeiten gegangen bin. Schon traurig, daß sich die Gefühle und Empfindungen nur aufgrund äußerer Einflüsse so schnell ändern können. Und doch würde es mir sehr leid tun, hier wegzugehen, aber hauptsächlich denke ich mal, weil der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist. Und ich bin dazu auch noch faul.

Werde morgen mal versuchen, in den OP der "Konkurrenz" zu schleichen, um denen bei einem interessanten Eingriff zuzusehen. Hoffe ja mal, daß unsere Tagesplanung das zuläßt. Wenn schon nicht selber operieren, dann wenigstens was dazulernen.

Doc Blog

Montag, 21. Januar 2008

was man auch anpackt, es läuft suboptimal

Da mich ganz offensichtlich die freie Perforation des Ulcus über Nacht nicht dahingerafft hat, mußte ich heute doch prompt schon wieder auf der Matte stehen.
Der ganze gesamte Tag lief bis zu "meiner" OP eher suboptimal. Gott sei Dank ist auf die fast stündlichen Einläufe Verlaß, da ist einem ja fast egal, daß man weder was falsch gemacht hat noch irgendetwas für das Problem kann. Regelmäßigkeit führt einfach zu einer gewissen Beruhigung.
V. a. wenn man mir nach gestrigem Dienst auch noch vorwirft, meine Arbeit gemacht zu haben. Ja ist gut, werde keinen Patienten mehr aufklären, keine Sorge, habe auch so am WE genug zu tun.

Und dann die OP. Naja, lief eigentlich ganz gut, aber ich merke doch immens, wie sehr mir Routine fehlt. Habe ohne OA schonmal angefangen und fühlte mich erst sicher, als er dann auch da war und mir jeden Schritt sozusagen diktierte. Sollte weniger als 2 Jahre vor dem FA eigentlich ja nicht so sein.

Nach der OP dürfte ich dann erstmal meine Stationsarbeit nachholen, die natürlich in meiner Abwesenheit liegen geblieben ist. Nach mehrfachen frustranen Versuchen einen Brief zu diktieren, habe ich erst Bleistifte in einem Drang sinnloser Zerstörungswut geopfert und dann mißmutig den Brief selber getippt. War gerade rechtzeitig zum nächsten Einlauf der Oberen fertig. Gutes Timing ist eben alles in diesem Beruf.

Doc Blog

P.S.: Womöglich sollte es auch besser heißen: "Was ich auch anpacke, es läuft suboptimal" (nicht von sich auf andere schließen)

Donnerstag, 17. Januar 2008

untragbar

Preisfrage: Wieviele Ärzte braucht es, um eine zweistellige Anzahl von Kollegen in den Wahnsinn zu treiben? Oder in unserem speziellen Fall, in die Kündigung?
Die Antwort ist erschreckend simpel und einstellig, sozusagen sechs noch null, um es mal pseudowissenschaftlich auszudrücken.

Dieser eine Kollege vergrätzt es sich momentan mit allen, was aufgrund seiner netten empathischen Art mich weder erstaunt noch irgendwie tangiert. Doch mit seiner letzten Aktion hat er den Vogel abgeschossen. Denn der gute Mann ist tatsächlich der Meinung, daß er mehr Anrecht auf operative Ausbildung als andere hat, die in anderen Funktionsbereichen ihr Dasein fristen müssen. Nach Krawall bei der Dienstplangestaltung und nachfolgendem Geplärre bei den Oberen hat er doch tatsächlich Recht bekommen, ungeheuerlich. Da müht man sich jahrelang ab, versucht in den OP zu kommen, wird ständig wieder in nichtoperativen Bereichen eingesetzt, was man auch immer nörgelnd verlauten läßt und jener kriegt das einfach in den Allerwertesten geschoben. Warum, weil eben keiner Lust auf den lautstarken Ärger hat, den er sonst vom Stapel lassen wird. Man zieht einfach lieber den Schwanz ein und droht den Verbliebenen Unteren, wenn die dann doch mucken.
"Ober sticht Unter"

Meines Erachtens ist diese Aktion eigentlich ein Kündigungsgrund.
Was heißt eigentlich? Es ist ja nicht so, als wäre ich nicht bzgl. anderer Kliniken aktiv gewesen. Man hält ja sowohl passiv als auch aktiv die Augen offen.
Das Team ist schon länger nicht mehr so wie vor einiger Zeit noch, jeder ist sich selbst der Nächste (nee, das war vorher eben nicht so) und die sog. "operative Ausbildung" ist eigentlich nicht existent.

Momentan bin ich noch zu faul (Umzug, Packen etc.), um einen endgültigen Wechsel auf mich zu nehmen, aber so wie es hier in letzter Zeit aussieht, denke ich, wird es nicht mehr lange dauern.

Unsere Sekretärin meinte heute zu mir, nicht die Pat. hätten sich geändert und wären anstrengender geworden, sondern dies wäre mit uns passiert. Wahrscheinlich hat sie recht, unsere Frustarationsschwelle ist mittlerweile ziemlich niedrig. Gerade wenn wieder irgendwelche Eier oder Bananenbieger bei uns landen. Doch früher war ich auch diesem Klientel gegenüber aufgeschlossen eingestellt, kann ja schließlich keiner was dafür, ein Ei zu sein.
Doch in letzter Zeit verlangt der Job immer mehr Selbstbeherrschung und Fatalismus von uns.

Und das wird weder mit gutem Essen, noch mit kostenlosen Parkplätzen geschweige denn mit adäquater Bezahlung vergolten. Und es ist ja nicht so, als hätte man das nicht alles vor Aufnahme des Studiums gewußt (naja, beim Essen hatte ich Hoffnung). Man ist also prinzipiell wissentlich in sein Verderben gerannt. Schön blöd eben...

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