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Über mich

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Dienstag, 17. Juni 2008

a.-p. einmal quer durch Deutschland

Morgen habe ich eigentlich (geplant) frei oder besser gesagt, morgen hätte ich eigentlich (geplant) frei gehabt, der Irrealis ist hier die passendere Form.

Nachdem ich bis 14.30 Uhr im OP stand und dann irgendwann später einem OA über den Weg gelaufen bin, hat er mir (vorm Pat.) eröffnet, daß ich diesen ja morgen mit OA operieren würde. Soso... Ich mit OA, oder OA mit mir? Der kleine, aber feine Unterschied. Außerdem... "Ich habe morgen doch frei." Das haben alle nur schulterzuckend (wenn überhaupt) wahrgenommen.
Gut, nachdem ich dann endlich einen OP-Plan (gar nicht soo einfach in einer operativen Abteilung, wie es scheint) aufgetrieben habe, stand tatsächlich mein Name als Operateur da. Tja, was tut man dann? Einfach mal akzeptieren, daß ich dann wohl morgen kein frei haben werde. Was tut man nicht alles für operative Ausbildung. Ist ja auch nicht das erste Mal, daß ich für eine (eigene) OP in meiner Freizeit in die Klinik komme.

Dabei kann ich mich momentan was das Operieren angeht eigentlich kaum beschweren. Wenn es einen Assi gab, der in dieser Woche dran war, dann ich. Montag OP, heute assistiert, bis die Schwester bei der Verbiegung des OA über den OP-Tisch meinte: "Das kann doch auch Doc Blog machen, der steht doch viel günstiger" (vielen Dank!), und dann eben diese OP gewonnen ("Na, dann machen sie es jetzt aber auch anständig zu Ende!") und morgen schon wieder. Na, wenn das mal so weitergehen würde. Allerdings bin ich ab Do dann erstmal draußen und z. T. gar nicht im Hause. Hoffe, die haben mich bis zu meiner Rückkehr dann nicht vergessen.

Habe mich ja auch schon anderweitig "unentbehrlich" gemacht, lol, habe nämlich immense EDV-Kenntnisse unter Beweis gestellt, die alle, incl. Chef beeindruckt haben. Wurde daraufhin auch sofort für nichtmedizinische Arbeiten abgestellt. Aber wer weiß, wozu das gut war.

Und der Titel dieses Posts? Da ich mich ja etwas gen Down Under informiert habe und bei uns im Arztzimmer einer Weltkarte hängt (ungefähr mit der gleichen Message wie die Palme in der Cafeteria meines PJ-Hauses), mussten wir gleich mal die guten und interessanten Ecken unter die Lupe nehmen. Neben C. Catastrophe (C = Cap?), das wir allerdings aussortiert haben, finde ich Fraser Island und Adelaide interessant. Als wir dann auf Queensland stiessen (von dort stammte eine Stellenausschreibung mit einem Angebot von immerhin 2000 AUS$ pro Tag (!)), meinte er, die Entfernungen dort unten seien doch nicht zu unterschätzen, Queensland - Fraser Island sei einmal Deutschland a.-p.
Quod esset demonstrandum, oder?

Doc Blog

Donnerstag, 5. Juni 2008

Wenn der OA dreimal klingelt...

Es kommt in regelmäßigen Abständen vor, daß einer der Oberen (immer zur selben Zeit) versucht, einen der Unteren telefonisch zu erreichen (und es geht immer um dasselbe Problem: abturfen von Arbeit). Deshalb wußte ich direkt Bescheid, als im Arztzimmer das Telefon beharrlich klingelte. Bin natürlich nicht dran gegangen, sondern erstmal ins Badezimmer. Von dort zurückgekommen, hörte ich es wiederum klingeln, aber musste ja in die Ambulanz. Na, und dort traf es mich dann doch. Einer der anderen Oberen fing mich ab und bugsierte mich flugs in die entgegengesetzte Richtung, um eben jene Aufgabe zu erledigen, vor der ich mich fast hätte drücken können.
Gut, das war sicherlich keine Katastrophe, sondern nur etwas Mehrarbeit. Ich habe es ja überlebt.

Ich dürfte gestern wieder operieren, und diesmal ließ mir der Oberarzt komplett freie Hand und ich durfte fast 2 Stunden "werkeln". Da danach erst die Hälfte der OP (hoppla!) geschafft war, habe ich das Zepter dann großzügig dem OA übergeben. Auf jeden Fall hat es klasse Spaß gemacht. Und der OA hat betont, daß er eine gute operative Ausbildung für seeehr wichtig hält. Na, wenn das mal weiter propagiert werden würde...

Doc Blog

Montag, 2. Juni 2008

Ein Schritt zurück vom Abgrund

An manchen Tagen kann man sich einfach nur wundern. Wirklich wundern und am Kopf kratzen und fragend in die Runde blicken. Heute ist einer dieser Tage. Die Entwicklungen der letzten Stunden "leave me flabbergasted".
Insbesondere verwundernswert ist die Tatsache, daß heute ohne Ausnahme ALLES positiv gelaufen ist. Da fragt man sich ja fast schon, ob man bei der versteckten Kamera aufgelaufen ist oder daß dies nur die Ruhe vor dem Orkan sein kann.

Nunja, als Ambulanzarzt hatte ich heute (bei freiwillig übernommenem Dienst, also denen, die meist ganz brutal abgestraft werden) eine fast schon ruhige Kugel, die Frequentierung hielt sich in Grenzen und ich war pünktlich fertig. Zwischendurch hatte ich sogar Zeit, mich um "andere" Dinge, wie Arzttermine, Literatur etc. zu kümmern.

Gipfel des Tages war allerdings, daß mein Chef sich persönlich (und aus eigenem Antrieb) bei mir für den Einsatz der letzten Tage gedankt hat! Das wäre keine Selbstverständlichkeit und durch meine Hilfe sei alles sehr reibungslos und gut gelaufen. Das fand ich doch mal nett.
Und keine zwei Sekunden später bot er mir Hilfe an, wenn ich Probleme mit den zu bescheinigenden Unterlagen für den FA haben sollte, er würde auch meinen früheren Chef anrufen (ob ich das richtig verstanden habe?) und da würde sich schon ein Weg finden.
Erstaunlich, aber meinerseits durchaus willkommen. Wußte zwar, daß mein Einsatz seitens eines OA weitergegeben worden war, aber ein solches Feedback hätte ich nicht erwartet.

Ich war auch (fast) pünktlich draußen, konnte einiges von meiner Liste abarbeiten und habe den Abend genutzt, mal ein wenig zu "schlemmen": Gut, so lecker war die Tiefkühllasagne nicht, aber hatte ja nach dem WE auch sonst nichts mehr da, was so richtig lecker gewesen wäre.
Aber zum Nachtisch wird es gleich noch Mövenpick Crème brulée geben, das Eis hat mich in der Schweiz schon Kopf und Kragen (und meine passenden Hosen) gekostet.
Fazit: Wenn es so weitergeht, kann ich mich wohl nicht mehr beschweren.

Doc Blog

Mittwoch, 28. Mai 2008

Jenseits vom Rand des Abgrundes

Und immer wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter nach unten, wird man eines besseren belehrt.

Ich biete in den letzten beiden Tagen mehr Überstunden (je Tag wohlgemerkt), als ich letztendlich im Bett verbringen konnte. Fast genauso viele Überstunden wie ich tatsächlich tariflich festgelegte Arbeitszeit habe. In jeder anderen Branche ein Unding. Aber bei uns fast schon Normalität. In jeder anderen Branche würden Entrüstungsstürme losbrechen, aber hier? Nicht mal ein Danke, im Gegenteil, aber mehr dazu später.

Den Schwestern, die penibelst genau drauf achten, daß jede ihre Pause (das Wort musste ich gerade im Pschyrembel nachschlagen, aber der kennt es auch nicht) auch wirklich genau einhält, ist es piependrecksegal, ob ich in der 1., 2. 3. oder 5. (!) Überstunde mein Dasein friste. Angequatscht wird man immer, no mercy. Andersrum geht das natürlich nicht: "Nee, bin schon weg, Soundso hat jetzt die Station." Wenn ich sowas sage heißt es nur: "Ist mir egal, brauche hier eine Entscheidung." Und das sind teilweise so weltbewegende Fragen und Entscheidungen wie z. B., welches Abführzäpfchen der Pat. haben soll oder ob er mit ATS nach Hause entlassen werden kann... Achja..

Absolut und richtig motivierend war jedoch die Ansage eines OA (nachdem ich wieder zwei Funktionsbereiche alleine bestreiten muss aufgrund der Unterbesetzung), daß zur Belohnung für meine Bereitschaft, den Laden am Laufen zu halten, die neuen in der Abteilung nun operieren dürfen!! Oh, ich war so wütend! Ich wäre fast geplatzt! Was soll denn das ein Signal an mich sein? Get out! Your screwed anyways. For life, if you're staying.
Aus irgendeinem Vernunftsgrund (letzten Funken Verstand) konnte ich mein südländisches Temperament genug zügeln, um dem OA nicht an den Hals zu springen. Mamma mia, impossibile! Da fehlen mir heute immer noch die Worte.
Und dann muss ich mir noch anhören, ich stünde doch so oft auf dem OP-Plan! Ja, hallo? Ich sag' nur Nicht-Meine-OP-Operationen en masse! Aber DAS sieht natürlich wieder einmal keiner.

Ich weiß echt nicht, wohin der Wahnsinn mich hier noch führen soll. Nach allem, was ich bisher so gehört habe (teilweise klingt das ja auch aus den wenigen Feedbacks heraus), scheinen woanders ja auch keine goldenen Zustände zu herrschen. Nacher komme ich noch vom Regen in die Traufe.

Fest steht, ich werde mal meine Fühler etwas mehr in Richtung Ausland ausstrecken, wir sind doch alle Cosmopoliten, da sollten Landesgrenzen uns nicht aufhalten. Und von anderen Ländern hört man zum einen viel Gutes und - was ich viel bezeichnender finde - eigentlich nie so katastrophales, wie das, was ich jeden Tag selbst erleben kann/darf/muss/werde.

Doc Blog

Mittwoch, 21. Mai 2008

Der Fluch der "Nicht-Meine-OP-Operationen"

Heute hat es sich wieder bewahrheitet. Ich habe (aus mir unbekannten Gründen) das Pech an den Fingern kleben.

Stand heute auf dem OP-Plan, zwar bei einer etwas fragwürdigen Indikation, aber immerhin. Man ist ja um jeden Einsatz froh, no matter what.

Bis zur OP wurde ordentlich pressiert, ich habe zügig gelagert, der OA kam pronto dazu, also, wie im Bilderbuch. Habe auch noch bis kurz nach dem Hautschnitt weitermachen dürfen.
Dann klingelte im Saal das Telefon, Chef war dran und wollte den OA sprechen.
Er: "Wir machen hier gerade die OP von Doc Blog, haben gerade angefangen." - "So etwa eine Stunde, denke ich." - "Ja." - "Ja." - "Ja, sicher." - "Ja."

Habe mir gar nicht soviel dabei gedacht, war ja eigentlich auch nix negatives bei rauszuhören. Eine Minute später wollte der OA was demonstrieren und hatte dafür das Instrument in der Hand. Zwei Minuten später forderte er ein anderes Instrument an. Keine drei Minuten später wußte ich, daß es schon wieder eine "Nicht-Meine-OP"-Operation werden würde. Da hätte ich fast geschrien vor Wut.
Bin aber still geblieben (wie immer) und fünf Minuten später hat der OA sich entschuldigt und gesagt, es wäre Chef's Anordnung gewesen. Er wolle seinen nachfolgenden Punkt nicht erst um 17 Uhr anfangen (also ehrlich, Schnitt bei uns war vor 13 Uhr). Wahrscheinlich hat er gesagt, lassen sie bloß den Doc Blog nicht dran, der kann das nicht ordentlich und braucht immer ewig.

Mann Mann Mann, wo soll das denn hinführen? Kein Wunder, daß ich nicht operieren kann. Selbst wenn ich mal, was ja selten genug ist, als Operateur draufstehe, passiert wieder irgendetwas komisches und ich bin raus. Das war bereits das vierte Mal. In Folge!!! Man könnte fast meinen, das ganze hat System.
Und bis zum nächsten Mal nicht-operieren muss ich ja jetzt auch wieder ewig und drei Tage warten. Es ist echt zum aus der Haut fahren.

Grrrrrrrrrrrrrrr!
Doc Blog

Dienstag, 20. Mai 2008

Auf dem Weg nach unten

Nachdem Assistenzarzt so nett war, zu diesem Blog zu verlinken (ich hoffe, ich darf das als unwürdiger Chirurg in umgekehrter Richtung auch, sozusagen antiperistaltisch?!), sehe ich mich genötigt, hier twas Aktualität reinschneien zu lassen, i. e. mal wieder Frust abzulassen.

Problem des Problems ist, daß es aufgrund unserer massiv schlechten Besetzung einfach nicht läuft/laufen kann. Auch wenn ein Assistent die Fähigkeit zur Bilokation, wie es heute hieß, einfach beherrschen muß, sollten sich die Oberen nicht wundern, wenn plötzlich ein Saal keinen Hakenhalter hat, wenn eben jener Assi in zwei Sälen gleichzeitig auf dem Plan stand. Und wenn ich als Ersatzmann dann erst 1 Stunde vor dem offiziellen Dienstschluß rauskomme, wundert es ja auch nicht, daß Überstunden anfallen. Aber es NERVT! Sowas von.

Ich kann nicht einkaufen, Anrufe tätigen (wichtige, nicht die Art, die man im KH machen kann), meine Doktorbeit (jaaa, das böse D-Wort) bearbeiten, von beenden gar nicht zu sprechen, keinem Hobby, das regelmäßige Zeiten involviert nachgehen (welches Team stellt schon einen Spieler auf, der nur alle Jubeljahre zum Training erscheint) etc pp.
Das geht langsam an meine Substanz und heute habe ich einfach um 17 Uhr den Griffel fallen lassen und habe das Weite gesucht. Ja, sehr egoman, aber heute war's mal wieder zu viel.

V. a. finde ich es schon bedenklich, daß die Kollegen, die kaum ein paar Wochen da sind auch schon die Nase voll haben. Fehlt uns noch, daß die auch wieder kündigen.
Schon schade, daß keiner unsere Not zu sehen scheint und die Verwaltung trotz Unterbesetzug weiter die Fallzahlen der Vollbesetzung fährt. Wie soll die Stimmung den besser sein/werden, wenn die Signale von oben noch nicht einmal stimmen?!

Morgen werde ich auch wieder bis in die Puppen im OP stehen, zu nichts kommen, umpteen Überstunden machen, frustriert zu Hause ankommen und auf dem Sofa versauern. Same procedure as everyday. Und das schlimmste ist, daß ich kein Licht am Ende des Tunnels sehe. Vielmehr habe ich das Gefühl, daß wir auf dieser Spirale bergab vielleicht noch gar nicht am Ende angekommen sind?

Doc Blog

Dienstag, 6. Mai 2008

Saugen bitte!

Heute war ich auf eigenen Wunsch für einen Kollegen, der nicht gekommen ist (jaja, so läuft das hier), im OP. Die OP verlief ok, aber ich hatte wie so häufig wieder das Gefühl nur der blöde Assi zu sein. Der OA kam so pünktlich, daß er mit zu Ende gelagert hat. Also war er vom ersten Moment an dabei. Ergo konnte ich den Zugang nicht alleine präparieren. Während der ersten Phase, wo ich immer noch gehofft habe, zu präparieren, durfte ich NIX machen. Nicht mal koagulieren, nicht mal irgendwas, NUR saugen. Ich will aber auch mitspielen!

Das ganze ging so weiter und dazu dieses ständige "Saugen bitte"! Meine Güte, der Situs war so trocken wie die Wüste Gobi. Da war nichts zu saugen. Und wenn ich schon am Saugen bin, will ich nicht auch noch jede Sekunde dran erinnert zu werden, welche gewichtige Aufgabe ich da gerade verrichte. Keine Sorge, ich saug' schon.

Außerdem kann und will ich nicht für jede Sache, die in diesem Krankenhaus schief läuft verantwotlich gemacht werden. Kann ja nicht für alles was. Das habe ich dem OA heute auch ziemlich deutlich und lautstark gesagt. Wahrscheinlich haßt er mich jetzt und ich habe für alle Ewigkeit ausgeschissen.

Gerade jetzt laufen Dr. House und Chicago Hope parallel und ich kenne tatsächlich schon beide Folgen. Hoffe mal, das wird morgen mit emergency room nicht so sein. Mein letzter Lichtblick...
Dabei fällt mir eben auf, daß ich Dr. House offensichtlich noch nie auf deutsch gesehen habe, schon komisch mit diesen Stimmen. Aha, Cameron fehlt Chase... Und mir fehlt der australische Akzent von Chase, bleibe ergo weiterhin bei Fox im Original.

Doc Blog

Montag, 28. April 2008

Chefs Auto

Am Donnerstag bin ich (bewußt) eine Viertelstunde später zum Dienst gekommen, weil ich ja nicht auf der Station eingeteilt bin. Wer biegt prompt hinter mir in die Krankenhauszufahrt? Chef natürlich, das ist wie Murphy's Law... Zum Glück glaube ich, kann man mein Auto nicht so unbedingt mir zuordnen (es sei denn, er hat mir wirklich zwischendurch mal sehr genau zugehört), deswegen hege ich die Hoffnug, daß er es gar nicht reistriert hat. Man sollte eh nicht so self-centered und egoman sein.

Bin dann extra langsam ausgestiegen, weil Chef auf seinem Parkplatz vor dem Eingang parkte und dachte, er wäre ja längst drinnen, wenn ich dann da vorbeikomme. Und was war? Auch Chef hatte den Ultraschleichgang eingeschaltet. Mußte fast rückwärts gehen, um ihn nicht zu überholen. Und spätestens als er einen prüfend sondierenden Blick über das Pakplatzterrain warf, vermeine ich, hat er meine Wenigkeit in einer dunklen Ecke hocken sehen.

Schon peinlich irgendwie, obwohl ich ja eigentlich nix falsch gemacht habe. Habe meine Überstunden ordentlich mit Ausrechnung der halben Stunde abgeglichen, war pünktlich in der Besprechung und habe auch alle Patienten versorgt. Trotzdem schlechtes Gewissen. Auch wenn ich heute eine Viertelstunde eher gekommen bin, um die Visite durchboxen zu können (aber das wird keiner registriert haben).

In meinem alten Haus bin ich auch ein paar Mal nach der öffentlichen Dienstbeginnzeit gekommen, war aber immer pünktlich in der Morgengesprechung. Trotzdem ist es dem Chef da nicht entgangen, daß er mehrere Tage in Folge vor oder hinter meinem (damals auffälligem fahrbaren Untersatz) gefahren ist. Hat mich nämlich drauf angesprochen.

Und heute komme ich auf den Parkplatz zu meinem Auto und neben mir steht Chefs Auto. Der wie gesagt einen eigenen zugewiesenen mit Namen etikettierten wichtigen Parkplatz deutlich näher am Eingang sein eigen nennt. Warum stellt er sich neben meinen Wagen? Vor allem, da doch drumherum alles frei war. Schon komisch. Aber wenn ich weiter so denke, entwickle ich noch einen Verfolgungswahn.

Und die Arbeit auf Station ist auch wie eh und je. Dauernd wird man angefunkt, man kann keine Sache zu Ende bringen, wird am Ende noch angepfiffen, weil man offensichtlich nichts weggearbeitet hat (klar, das was weg IST, sieht man ja auch nicht mehr, duh!) und kann seinen eigenen Kram nicht in der vorgegebenen Zeit wegschaffen. Unglaublich. Bin sofort wieder angeätzt. Und morgen muß alles extraflott gehen, weil ich einerseits lange im OP Haken halten muss/darf und dann auch noch zeitig weg muss zu einem neuerlichen Arzttermin.

So, immerhin habe ich gerade gesehen, daß morgen zwei Folgen Chicago Hope kommen. Be grateul for small favors...

Doc Blog

Mittwoch, 23. April 2008

Warum es "heilige Refugien" für Ärzte geben muss...

Nach einem eh schon erquicklichen Tag in der Ambulanz, habe ich mich nach getaner (und umfangreicher) Arbeit noch auf die operative Station begeben, weil dort offensichtlich akuter Ärztemangel herrschte. Dabei hatten wir vor ein paar Tagen Ärzteschwemme ?! Keine Ahnung, wo die alle hin sind. Naja, habe ja woanders gehört, Schweden sei momentan eine interessante Alternative ;-)

Auf der Station habe ich die ausufernde Aufklärung für eine Patientin vollbracht. Weil ich noch Blut abgenommen hatte, wollte sie noch Entzündungsparameter von der letzten Abnahme wissen. Ich ging ins Schwesternzimmer - und sie mir hinterher! Gut, das habe ich noch zugelassen und habe ihr die Werte gesagt. Habe mich umgedreht und wollte sie an der anderen Tür wieder hinauslotsen. Nachdem sie mir zuerst gefolgt war, blieb sie vor dem morgigen OP-Plan stehen und studierte diesen eingehendst. Und wollte sich auch nicht von mir davon abbringen lassen. Sowas...

Ich meine ja, Pat. dürften eigentlich gar nicht die heiligen Hallen des Schwesternzimmers betreten, ist ein absolutes no-go. Immerhin der einzige Ort, an dem man noch einigermaßen frei reden kann. Das Arztdienstzimmer ist ja schon länger infiltriert. Schlimm genug. Aber jetzt noch das Schwesternzimmer? Als nächstes dann wohl die Kaffeebutze, der Umkleideraum und die Toilette.

Ohne diese Rückzugsorte wäre eine effektive Stressbewältigung (mentales Auskotzen eben) doch gar nicht adäquat möglich. Lästern über die Oberen ist an diesen Orten (das Klo ausgenommen) wohl zugegebenermaßen auch nicht wirklich sicher, aber zumindest über die gewisse Klientel der Bananenbieger mag man sich dort doch ausheulen. Deswegen muß diese letzte Enklave geschützt werden!

So, meine Meinung ist kundgetan. Nun kann ich mich wieder in Ruhe der hochdramatischen emergency room Folge widmen.
Muss mich ja als Arztserien-Junkie outen, natürlich nur die amerikanischen betreffend. Deshalb ist es auch eine derbe Katastrophe, daß gestern meine Aufnahme von Chicgo Hope (ein alltime favourite) nicht gefunzt hat, da falsches Bild und kein Ton. Bin wohl doch ein größerer DAU, als ich dachte.

Ich bin der ernsthaften Meinung, daß ich einiges über medizinische Erkrankungen durch Arztserien gelernt habe. Immerhin konnte ich die Frage nach dem Long-QT-Syndrom des IMPP im 2. Stex (?) nur dank der Eselsbrücke Emergency room --> Romano (Ward) Syndrom lösen. Die Beispiele wären noch mannigfalterer Natur, würde ich nicht unter exzessiver Schlafdeprivation leiden. Halte mich nur wegen Abby, Neela und Co am Wachsein. (Habe ich übrigens schon erwähnt, daß meine Affektion zu US-Krankenhausserien in meiner näheren Umgebung auf ausgesprochen wenig positive Resonanz stößt...?)

Oh, gut, Werbung vorbei.

Doc Blog

Mittwoch, 16. April 2008

Alles beim alten...

Klar, der Urlaub ging viel zu schnell vorbei. Ist ja immer so. Und wie es dann auch oft so paßt, ging es mir mal wieder nicht so prickelnd. Im Endeffekt hätte ich einfach den Urlaub nach dem Urlaub gebrauchen können. Oder besser gesagt die Rekonvaleszenzmöglichkeit.
Der Urlaub ist ja jetzt schon lange hin, aber auch jetzt geht es mir definitv nicht richtig gut. Vielleicht bin ich ja tatsächlich krank? Egal, für sowas habe ich eh keine Zeit.

Krankheit und Überbelastung werden von den Oberen eh unterschiedlich akzeptiert. Wenn es mir, wie heute, schlecht geht, kriege ich nur zu hören, ich solle mich nicht so anstellen. Vielen Dank für die Empathie... Das hilft mir sehr, wenn ich in einer vollen Ambulanz nicht mal genügend Resourcen habe mich derart zusammenzureißen, um meine Gedanken wenigstens halbwegs auf den aktuellen Fall zu fokussieren. Habe das Gefühl, letzte Nacht viel zu viel Alkohol getrunken zu haben (dabei bin ich tatsächlich teetotaller, wie es so schön heißt). Am Alk kann es also nicht liegen. Es sei denn der gestrige Apfelsaft hat tatsächlich zu lange gelagert und ist zum Cidre geworden. Falls das so überhaupt möglich ist.

Die Erfahrungen mit den Oberen haben mich auf jeden Fall gelehrt, daß schlecht draufsein und sich nahe an der Dekompensation fühlen, bei anderen Kollegen frühzeitig zu Beurlaubung führt. Eben damit sie sich erholen können.
Während andere wohl bis zum kompletten psychischen und physischen Kollaps weiterarbeiten müssen. Fraglich ist ja nur, welcher zuerst kommt. Gerechtigkeit ist in dem Mikrokosmos hier nicht existent. Warum jammer ich darüber eigentlich? Ist ja eh nix neues. Bin wohl tatsächlich in einer Depriphase.

Man hat ja nach einem Urlaub immer mal wieder die Hoffnung, daß alles besser wird. Man kommt (normalerweise) gut erholt und mit frisch aufgeladenen Akkus zum Dienst zurück und sieht über gewisse Dinge in der ersten Zeit erstmal hinweg, weil man ja noch von seinem Urlaub zehrt. Wenn dann der Alltag einen wieder einholt, merkt man schnell, daß sich eigentlich ja doch nichts geändert hat und alles beim alten geblieben ist. Und das ist nicht gut. Es werden immer noch falsche Prioritäten gesetzt, Schleimer begünstigt und gut arbeitende Leute (nein, damit meine ich nicht mich) verprellt. Die Oberen sollten sich schon überlegen, was sie da tun (oder besser, was sie sich damit antun).
Der Markt für Ärzte ist kaum überschaubar. Wenn einige von uns hier bald die Segel streichen (meine Wenigkeit inkludiert) sollte sich keiner wundern dürfen.

Am Rande noch eine Kleinigkeit, die ich dazugelernt habe. Viele Pat. beschweren sich, weil sie so lange auf Funktionsuntersuchungen jedweder Art warten müssen, so z. B. auch MRTs. Habe selbst letzte Woche in einer Rad. Praxis angerufen, weil ich selbst einer MRT bedarf. Kein Wunder, daß Private nicht warten müssen. Es gibt Extra-MRTs, die nur für P-Patienten sind. Klar, daß ich da innerhalb von 2 Tagen einen Termin haben kann. Das war mir dann allerdings doch zu kurzfristig, muß ja erst noch den korrespondierenden Arztbesuch dazu absolvieren (ohne Ausspielen des Privatpat.bonus Wartezeit momentan für den Besuch bei einem Orthopäden laut heutiger Auskunft 4 Wochen, das halte ich eigentlich für human).

Greetz,
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